Erstellt am 11. April 2017, 02:16

von Verena Randolf

Alexander Goebel: Ein Herz für Männer.

Musical-Star, Kabarettist, Schauspieler und Sänger: Alexander Goebel ist vielseitig. In seinem Haus in Klosterneuburg findet er die nötige Ruhe, um Energie zu tanken.  |  Andrea Peller

Farblich changiert sein Herz irgendwo zwischen Gelb-Schwarz und Blau-Gelb. Als gebürtiger Ruhrpotter schlägt sein Innerstes für den Fußballverein Borussia-Dortmund – Vereinsfarben: Schwarz-Gelb. Aber: „Zwei Drittel meines Lebens bin ich nun schon in Österreich und ich habe ein blau-gelbes Kind gezeugt, mit einer Niederösterreicherin, und das in Niederösterreich.“

Alexander Goebel lacht und kassiert den mahnenden Blick seines Sohnes Jimmy, der neben ihm sitzt und zuhört. „Wenn ich in Deutschland spiele“, führt er weiter aus, „nennen mich alle nur den ‚Wiener‘. Ich korrigiere dann immer und sage: ‚Stopp, der Niederösterreicher!‘“

Seit sechs Jahren lebt der gebürtige Deutsche in Klosterneuburg. In einem Haus auf einem Berg mit Blick auf das Stift. „Dass ich hier gelandet bin“, meint er, „war pures Glück. Ich bin sehr dankbar dafür!“ Ganz an der Spitze des Hügels zu leben sei ein Segen, so Goebel. „Ich habe einen guten Überblick und bin abgeschieden … was mir wichtig ist, weil ich privat nicht allzu viel mit Menschen zu tun haben will, nachdem ich sie im Job dauernd um mich habe.“

Goebels aktuelles Programm "Männer"

Als Goebel 1975 nach Österreich kam, so erinnert er sich, sei das Land nicht unbedingt „piefke-freundlich“ gewesen. „Mit meinem Idiom bin ich auf der Straße offen beschimpft worden und ich habe beruflich einige Aufträge nicht bekommen, weil ich Deutscher bin, aber ich habe das als Herausforderung gesehen … und mittlerweile reden die Jungen eh alle wie ich.“

Wenn Goebel mit seinem aktuellen Programm „Männer“ auf der Bühne steht, rückt seine Art zu sprechen jedenfalls ganz schnell in den Hintergrund, denn „Männer“ behandelt die richtig „großen“ Themen: Die ewigen Missverständnisse zwischen Mann und Frau nämlich und den kaum zu bewältigenden Spagat zwischen „Türaufmacher und Mundzuhalter“, zwischen „Bad Boy und Gentleman“, den der moderne Mann bewerkstelligen muss.

Ob die Show nun eine Erklärungshilfe für Frauen oder eine Rechtfertigungsgrundlage für Männer ist, darauf will sich der Künstler nicht festlegen: „Ich muss mich Gott sei Dank nicht entscheiden, für wen ich arbeite“, lacht er.

Am 20. April ist Alexander Goebel mit seinem Programm „Männer“ im Rahmen der Ybbsiade zu Gast.