Erstellt am 21. März 2017, 02:13

von Verena Randolf

Karina Sarkissova: Harter Weg ins Rampenlicht.

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Kurz nach ihrem 12. Geburtstag wurde Karina Sarkissova erwachsen. Notgedrungen. Erst starb ihr Vater und ließ sie mit einer aus Trauer kraftlosen Mutter zurück, dann kam ihr Durchbruch: Beim Vortanzen am legendären Bolschoi-Theater in Moskau wurde die junge Russin entdeckt und mittels Stipendium ans Ballettkonservatorium nach St. Pölten eingeladen.

Das junge Mädchen verließ sein Zuhause und versuchte sein Glück in Niederösterreich: „In Russland hat man kaum Möglichkeiten, als Ballerina Erfolg zu haben, wenn man nicht viel Geld hat. Egal, wie talentiert man ist“, erzählt die 33-Jährige. Sie hatte Heimweh, war alleine im Internat und verstand die Sprache nicht. „Das war eine schwere Zeit damals, aber St. Pölten ist der beste Ort der Welt, an dem man so etwas durchstehen kann“, lacht sie, „die Stadt hat mich von Anfang an begeistert, ich empfinde sie nach wie vor als meine zweite Heimat.“

Mit 16 an der Wiener Staatsoper

Mit 16 bekam sie ein Engagement an der Wiener Staatsoper, aktuell tanzt die gebürtige Russin an der Oper in Budapest, wo sie seit vier Jahren Erste Solotänzerin ist, mit Vertrag auf Lebenszeit.

Ab 31. März wird sich das Leben der Tänzerin, die wegen Nacktfotos und TV-Auftritten lange Zeit im medialen Rampenlicht stand und seit der Geburt ihres zweiten Sohnes Lev etwas zurückgezogener lebt, wieder turbulent: Als neue Jurorin wird sie in der ORF-Show „Dancing Stars“ die Fortschritte der zehn prominenten Tanzanfänger bewerten: „Mir ist es wichtig, dass die Promis dem Tanz an sich den nötigen Respekt erweisen. Dass nicht nur die Abfolge der angelernten Schritte stimmt, sondern auch die Eleganz der Bewegung.“

Vorbereiten würde sie sich im Vorfeld auf ihre Jury-Rolle nicht. „Ich war ja schon ein paar Mal Gast-Jurorin in der Sendung“, erzählt sie, „deswegen weiß ich, dass es bei Live-Shows wirklich gar keinen Sinn macht, sich vorzubereiten, weil ohnehin immer alles anders kommt, als man denkt.“

Wer ihr Favorit sei, könne die Frau vom Fach vorab nicht sagen. Allerdings nicht aus moralischen Gründen, sondern: Weil sie die teilnehmenden Prominenten schlicht gar nicht kennt. Die elfte Staffel „Dancing Stars“ mit neuer Jury-Besetzung: Ab 31. März um 20.15 Uhr auf ORF 1.