Erstellt am 25. April 2017, 02:33

von Verena Randolf

Michael Starkl: Erfolg ohne „Grünen Daumen“.

Michael Starkl, Spross einer bekannten Gärtner-Dynastie, hat zwar keinen grünen Daumen, aber jede Menge Ideen: „Und die wollen genauso wie Pflanzen behandelt werden – man muss sie pflegen, damit sie wachsen und gedeihen können.“  |  z

Als Michael Starkl zehn war, fiel über Nacht die Kälte ein. Dutzende Margaritenstämmchen drohten zu erfrieren – der Bub und seine Schwestern trugen stundenlang ein Bäumchen nach dem anderen hinein ins Warme. Machte keinen Spaß, die Arbeit, und so pfefferte er – kurz bevor er fertig war – eine Pflanze in die Ecke und brüllte seine Mutter zornig an: „Eines sag’ ich dir, Gärtner werde ich ganz sicher nie!“

Eine Anekdote, die Frau Starkl heute noch gerne erzählt. Ihr Sohn schmunzelt. Tatsächlich wurde kein Gärtner aus ihm. Bereits mit 16 Jahren eröffnete der gebürtige Tullner seiner Familie, dass er Schauspieler werden wolle. Ein Wunsch, der von seinen Eltern mit einem „sicher nicht vor der Matura“ abgetan wurde.

Und so besuchte der heute 34-Jährige die Hotelfachschule in Krems, um wenige Tage nach dem Abschluss mit Rucksack und ohne Wohnung oder Plan B nach Berlin auszuwandern. Er besuchte eine Schauspielschule und schaffte den Sprung: „Ich denke, ich habe für jede deutschsprachige Sendeanstalt gearbeitet“, erzählt er. Kleinere Rollen im „Tatort“, in „Copstories“, „Soko Donau“ und eine größere in einer RTL-Produktion namens „Der Knastarzt“. „Als die abgesetzt wurde, weil wir die Quote nicht erreichten, stand ich wieder vor dem Nichts. Schauspielerei ist, zu 90 Prozent mit Absagen klarkommen, warten und hoffen.“

Das wurde ihm irgendwann zu mühsam und so fing er doch mit dem Gärtnern an. Allerdings anders als erwartet: Starkl bestellte Kamera-Equipment aus den USA, das neueste, was der Markt hergab, und fing an, eine Sendung zu produzieren: GartenKULT. „Wir drehten einfach drauf los und als ich ein paar Wochen später im Schneideraum saß und sah, was wir gemacht hatten, musste ich weinen. In dem Moment wusste ich einfach, dass das funktionieren würde und dass ich endlich machen konnte, was ich mir schon immer gewünscht hatte, nämlich Geschichten erzählen.“

Vergangene Woche wurde der junge Filmemacher mit der Romy für die beste Programmidee ausgezeichnet. Seine Sendung „GartenKULT“, die samstags um 18.15 Uhr auf ORF III ausgestrahlt wird, wurde kürzlich an RTL verkauft. Und am 3. Juni startet Starkls neuestes Projekt auf ORF III: „RoadKitchen“.