Erstellt am 15. Mai 2018, 04:50

von Michaela Fleck-Regenfelder

Eine Klasse im Wald. Dreizehn Naturpark-Schulen und ein Naturpark-Kindergarten lernen in NÖ in und von der Natur – vom Ötscher bis zum Wienerwald.

Eines von vielen Projekten von Niederösterreichs Naturpark-Schulen: der „Bienengarten“, den die Naturpark-Schule Purkersdorf zum Tag der Artenvielfalt 2017 gestaltet hat.  |  Naturpark Purkersdorf

Die eine betreibt am Jauerling einen Saftladen. Erntet Äpfel, macht daraus Apfelsaft, gestaltet Etiketten und verkauft die fertigen Saftflaschen. Die zweite pflanzt einen Bienengarten. Setzt Borretsch und Brunnenkresse und Lavendel. Und bemalt die zugehörigen Blumentöpfe wie einen wild gewordenen Bienenschwarm. Die dritte sammelt Dirndln, kocht sie ein und macht daraus Marmelade.

Alle drei sind Naturpark-Schulen. In Maria Laach, in Purkersdorf und in der Hinterbrühl. Und alle drei haben eine ganz besondere Beziehung zum Naturpark gleich in ihrer Nachbarschaft. „Ein Naturpark“, erklärt Jasmine Bachmann, „ist zwar auch ein Schutzpark. Aber einer, der nur mit den Menschen funktionieren kann.“ Also holen sich Niederösterreichs Naturparke – 22 gibt es derzeit, von der Blockheide in Gmünd bis nach Sparbach – die Menschen in die Natur. Und seit 2007 auch die Kinder, die Mittelschüler, die Volksschüler und sogar die Kindergartenkinder.

„Viel mehr als eine Exkursion“

Das sei, so die Geschäftsführerin von NÖs Naturparken, eine ganz enge Kooperation. „Und das ist viel mehr als eine Exkursion!“ Mindestens einmal im Jahr kommt jede Klasse von Niederösterreichs Naturpark-Schulen – die jüngste, die dreizehnte, die Volksschule Ernstbrunn, ist erst Ende April dazugekommen – hinaus in den Naturpark. Wird dort von ihren Lehrern, aber auch von Ökologen und Naturvermittlern betreut. Bekommt Forscherwesten („die sind ganz neu und schauen wie kleine Fischerwesten aus“), mit Kompass und Vergrößerungsglas. Und macht „ganz spannende“ Projekte, wie etwa den Jauerlinger Saftladen. „Wir sehen das auch als Regionalentwicklungsprojekt“, so Jasmine Bachmann, denn je mehr Verwurzelung die Kinder hätten und je mehr Verbundenheit mit ihrer Region, „umso leichter kommen sie auch wieder zurück“.

Was sie sich wünscht? „Noch mehr“, gerade auch von den Naturpark-Kindergärten, von denen es in Niederösterreich erst einen gibt. In ganz Österreich sind es schon 33 – und 104 Naturpark-Schulen.