Erstellt am 04. April 2017, 02:54

von Christine Haiderer

CT und MRT: Wartezeit verkürzt. Computer- und Magnetresonanztomographie … bisher konnte es dauern, bis man einen Termin bekommt.

Ab 2018 soll die Wartezeit auf eine MRT-Untersuchung maximal 20 Arbeitstage dauern. Bis dahin sind Verzögerungen möglich.  |  Tyler Olson, Shutter-stock.com

Lange Wartezeiten auf Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sollen ein Ende haben. Der Fachverband der Gesundheitsbetriebe in der Wirtschaftskammer Österreich und der Hauptverband der Sozialversicherungsträger haben sich geeinigt: Die Ausgaben-Obergrenze (Deckelung) wird aufgehoben.

„Wenn es so umgesetzt wird, schaut es für die Patienten gut aus“, so Patientenanwalt Gerald Bachinger. „Erstmals gibt es eine absolute Höchstgrenze für die Wartezeit.“ 20 Arbeitstage (also maximal vier Wochen) auf eine MRT-, zehn Arbeitstage auf eine CT-Untersuchung, fünf Arbeitstage bei dringenden, unverzüglich bei akuten Fällen.

"Damit ist jetzt Schluss"

Darüber hinaus sind die CT/MR-Institute ab 1. Juli dazu verpflichtet, ihre Wartezeiten online zu veröffentlichen. Und: Privatpatienten dürfen nicht aufgrund von Privatzahlung früher drankommen. Auch Seniorenbund und Pensionistenverband begrüßen die Einigung. Wie auch VP-Landesrat Karl Wilfing. Er spricht von „einer Lösung mit Hausverstand, die ganz im Sinne der Patientinnen und Patienten ist“ und rascher zu Untersuchungen, Diagnosen und Behandlungen führt.

SP-Landesrat Maurice Androsch: „Die Verhandlungspartner haben letztlich ihre Verantwortung wahrgenommen und mit dem Ergebnis einer Zwei-Klassen-Medizin eine klare Absage erteilt.“ Grünen-Gesundheitssprecherin Eva Mückstein meint, dass die Deckelung keinen positiven Steuerungseffekt hatte, sondern nur auf Kosten der Patienten ging. „Dass damit jetzt Schluss sein soll, freut mich sehr für die Patientinnen und Patienten.“

Und auch AK-Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser freut sich: „Dass kranke Menschen immer längere Wartezeiten in Kauf nehmen mussten und oft nur die Selbstübernahme der Kosten einen raschen Untersuchungstermin garantierte, sollte damit vom Tisch sein.“