Erstellt am 25. August 2016, 07:52

von Karin Widhalm

Die Botschafter der Toleranz . Das Europahaus ist jährlich für zwei Wochen die Wiege der Gastfreundschaft für Jugendliche aus Osteuropa und dem Nahen Osten. Höhepunkt ist das „Eurosmile“.

Das Eurosmile ist der Abschluss – und der große Auftritt für die Jugendlichen. Im Hof des Europahauses wird auch gesungen. Chorleiterin war Annie Gschwandtner (r.).  |  NOEN, Michael Böck

In Zeiten, wo viel über Flüchtlingspolitik, Integration aber auch Abschottung gesprochen wird, setzt die 1.500-Einwohner-Stadt Pulkau (Bezirk Hollabrunn) einen Kontrapunkt des Miteinanders. Fixpunkt dabei: das Eurosmile. Das Projekt holt jährlich Jugendliche aus großteils osteuropäischen Ländern in das Europahaus Pulkau. Nicht nur unterschiedliche Nationen, sondern auch verschiedene Kulturkreise treffen aufeinander. Die 40 Jugendlichen waren diesmal aus Polen, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Ukraine, aber auch aus zwei Ländern des Nahen Ostens: Iran und Syrien. Sie verbrachten zwei August-Wochen im Europahaus.

Pfarrer Jerome Ciceu organisiert jährlich das Austauschprogramm und führt mit viel Herzblut die Jugend zusammen. Die Teilnehmer vertiefen oder erlernen die deutsche Sprache und unternehmen Ausflüge. Diesmal in das Parlament in Wien, die Bezirkshauptmannschaft Hollabrunn und in den Nationalpark Thayatal. Sie bereiten sich auch intensiv in Tanz- und Musikworkshops auf ihren großen Auftritt bei der Eurosmile-Schlussveranstaltung vor. Besucher kommen dafür in den Hof des Europahauses, um das bunte und amüsante Programm mit Tanz, Musical und Theater erleben können.

Annie Gschwandtner aus Pulkau studierte diesmal mit dem Eurosmile-Chor deutsch- und englischsprachige Lieder ein. Beeindruckend ist stets, dass in beinahe perfektem Deutsch gesprochen wird. Die Jugendlichen stellen außerdem die Kultur ihrer Heimat vor, singen typische Volkslieder und tanzen dazu.

Frühere Eurosmile-Teilnehmer sind so begeistert von dem Projekt, dass sie mittlerweile als Jugendbetreuer mithelfen. Das ist auch Pfarrer Jerome zu verdanken, der das Netz dieser „Botschafter der Toleranz“ zusammenhält – ganz im Sinne des Europahaus-Gründers Kaplan August Paterno.

Das Europahaus

  • Der frühere Schüttkasten in der Stadt Pulkau wurde von 1998 bis 2000 mithilfe privater und öffentlicher Förderer in das Europahaus umgebaut.
  • Die Initiative für die „Universität der Gastfreundschaft“ setzte Kaplan August Paterno.
  • Das Eurosmile wird mit Unterstützung der Europäischen Union abgehalten.