Erstellt am 23. Mai 2017, 02:54

von Teresa Sturm

Mit Rollen & Rock durchs Leben. Der Zwettler Alexander Weber hält Workshops in Schulen, damit Kinder lernen, wie es ist, das Leben im Rollstuhl zu verbringen.

Alexander Weber  |  Teresa Sturm

Angewiesen auf Hilfe. Angewiesen auf einen Stuhl mit Rädern. Doch wie ist das eigentlich? Wie fühlt sich das an? Genau diese Fragen beantwortet Alexander Weber. Weil er zu früh auf die Welt kam, ist er schon immer auf einen Rollstuhl angewiesen.

„Ich war aber nicht immer zufrieden damit … mit dem Rollstuhl“, sagt der Zwettler vorsichtig. „Aber die Musik und mein Lebensmotto ‚Rock’n’roll‘ haben geholfen, das Beste daraus zu machen“, zeigt sich der 23-Jährige positiv. Inzwischen veranstaltet Weber seit bald fünf Jahren Workshops in Schulen.

Darin erfahren die Schüler zuerst von seinem Leben, dann wird ein Video gezeigt, wie es ist, mit dem Rollstuhl klarzukommen. „Fragen können immer zwischendurch gestellt werden. Ich spreche mit ihnen über Barrierefreiheit und die Probleme eines Rollstuhlfahrers“, so Weber. Zum Abschluss des Workshops dürfen die Schüler selber probieren, wie es ist, im Rollstuhl zu sitzen.

"Computer sind meines"

Vor so vielen Jugendlichen zu sprechen ist für Weber nicht selbstverständlich. Er selbst hat die Privathauptschule Zwettl abgeschlossen. Doch das Reden vor Leuten war damals nicht wirklich sein Element: „Es ist ein lustiges Gefühl, denn früher war ich immer der Letzte, der mit dem Referat dran war, oder ich habe mich gedrückt, weil mir das so unangenehm war.“

Weber ist mit seinen Workshops in Unter- und Oberstufen unterwegs. „Anfragen von Volksschulen nehme ich nicht an. Da habe ich das Einfühlungsvermögen nicht“, sagt er über das doch schwierige Vortragsthema.

Wenn sich Alex Weber nicht mit dem Rollstuhl bewegt, bewegt er sich im Netz. „Computer sind meines. Vielleicht fange ich zum Streamen an mit ein paar Kollegen, vielleicht können wir da etwas aufbauen“, plant Weber. Außerdem lerne man übers Internet einfach leichter Menschen kennen.

Neben der Musik – Weber hat Ozzy Osbourne zwei Mal live gesehen – sind Tiere seine große Leidenschaft. Im barrierefreien Haus in Zwettl lebt er mit seiner Mutter. Aber auch zwei Hunde und vier Katzen haben hier ihr Zuhause.

Für die Zukunft wünscht sich der Metal-Fan, vielleicht einmal alleine leben zu können. Aber auch reisen will er unbedingt. Beim Traumland erhellt sich sein Gesicht: „Ich will unbedingt mal nach Amerika! Trotz Donald Trump!“