Erstellt am 21. Juni 2016, 09:20

von Teresa Sturm

Gernot Wagner: Das Forschen mit dem Schreiben verbinden. Der Amstettner Gernot Wagner verfasste das Buch „Climate Shock“ über den Klimawandel.

Nach dem Bucherfolg von »Climate Shock« erscheint nächstes Jahr Gernot Wagners neues Werk »(R)evolution«.  |  NOEN, Yuki Kokubo

Studieren an der Harvard University. Für viele bleibt das ein unerfüllter Traum. Der Amstettner Gernot Wagner hat es aber geschafft. Auch sein Doktoratsstudium absolvierte er dort. Wagner ist neben seinen Forschungsarbeiten auch als Autor tätig. Sein drittes Buch „Climate Shock: The Economic Consequences of a Hotter Planet“ (Co-Autor: Martin Weitzman) wurde von der Financial Times zu einem der 15 besten Wirtschaftsbücher 2015 gekürt.

Der studierte Volkswirt und Ökonom verbindet das Forschen und Schreiben, um Sachverhalte zu erklären: „Man muss Übersetzungsarbeit leisten.“ Bisher war er Professor an der Columbia University, im Herbst beginnt er in Harvard, Boston, zu lehren und zu forschen.

Schulzeit führte schon nach Amerika

Wagner, Jahrgang 1980, hat im Bundesgymnasium Amstetten 1998 maturiert. Schon in seiner Schulzeit hat er ein Jahr in Amerika verbracht. Sein damaliger Japanischlehrer war Harvard-Absolvent und gab Wagner Tipps, was für eine Aufnahme nötig ist. Dass er länger in den Staaten bleiben würde, war bald klar. Denn er lernte seine Frau kennen. Nach Österreich kehrt er mit ihr und seinen beiden Kindern gerne zurück. „Es gibt im Deutschen ja zwei Wörter dafür. Heimat ist für mich immer Niederösterreich. Zuhause bin ich aber hier in Amerika.“

An viele Orte, bringt ihn auch der Job: „Das Gute an der Forschung ist, dass man nie vorhersehen kann, wo sie einen hinbringen wird.“ Das meint Wagner geografisch wie thematisch. „Es gibt so viele große offene Fragen. Es ist kaum möglich, zu wissen, was man in zwölf Monaten machen wird.“

Und wie er bei der vielen Arbeit abschalten kann? „Ich schalte jeden Samstag einfach ab.“ Damit meint Wagner seine elektronischen Geräte. Urlaube in Bad Gastein und die Laufrunde jeden Tag schaffen zusätzlich einen Ausgleich.

Künftig wird es nicht ruhig um den Autor. Nächstes Jahr erscheint sein Buch „(R)evolution“ und parallel dazu arbeitet er schon an der nächsten Idee ...