Erstellt am 10. November 2015, 07:52

von Anita Kiefer

Aus Liebe zur Marke. Der St. Pöltner Helmut Kogler ist Präsident von Österreichs Philatelistenvereinen. Mit zwölf Jahren, da kam Helmut Kogler durch einen Nachbarn zum Briefmarkensammeln.

Helmut Kogler mit einem seiner über 500 Alben, die seine Briefmarkensammlung umfasst.  |  NOEN, Franz Gleiß

Seither hat den mittlerweile pensionierten Lehrer die Philatelie, so der korrekte Fachbegriff, nicht mehr losgelassen. Seit Ende September ist der St. Pöltner Präsident des Verbands österreichischer Philatelistenvereine – das ist der Dachverband aller Briefmarkenvereine in Österreich.

Die Art, Briefmarken zu sammeln, die hat sich seit seinen Anfängen verändert, meint Kogler. „Damals hat man Länder gesammelt. Jetzt geht die Tendenz dazu, nach Themen zu sammeln.“ Die Themen, nach denen Kogler selbst sammelt, sind Handball und das KZ Mauthausen mit seinen 42 Nebenlagern. Geschichte und Sport waren auch die Fächer, die Kogler als AHS-Lehrer im Gymnasium in der St. Pöltner Josefstraße unterrichtete.

Sammlung umfasst rund 500 Alben

Seine Briefmarkensammlung umfasst heute rund 500 Alben. Unter seinen wertvollsten Stücken findet sich zwar keine Blaue Mauritius (die laut Kogler zwar die bekannteste, bei Weitem aber weder die seltenste noch die teuerste Briefmarke ist), aber immerhin der sogenannte Renner-Block. „Das ist so ziemlich das Teuerste, was in der Zweiten Republik erschienen ist.“

Als Geldanlage will er seine Sammlung nicht sehen. „Es kommt darauf an, was mir die Briefmarken sagen können. Historisch, politisch, kulturell  – da steckt so viel drin!“ Aus diesem Grund sammeln Philatelisten auch nicht nur die bloßen Briefmarken, sondern auch etwa Belege gelaufener Briefe.

Mitgliederloch zwischen 15 und 50 Jahren

Seit seiner Jugend ist Kogler Mitglied beim BSV St. Pölten, auch hier ist er Präsident. In den Jahren 2020 und 2021 hat er mit seinen Funktionen alle Hände voll zu tun: 2020 feiert der BSV St. Pölten sein hundertjähriges Bestehen, ein Jahr darauf der Dachverband.

Apropos Alter: Die Briefmarkenkunde, die leidet an einer „gewissen Überalterung“, gibt Kogler zu. Das jüngste Mitglied im St. Pöltner Verein ist zwar sechs Jahre alt, das älteste aber 94. In der Altersgruppe zwischen 15 und 50 Jahren klaffe ein großes Mitgliederloch.

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