Erstellt am 02. Februar 2016, 05:48

von Walter Fahrnberger

Fakten für Stammtische. Sebastian Wiese aus Marbach wurde für das Buch „Gegen Vorurteile“ ausgezeichnet.

Nach Paul Lendvai oder Christine Nöstlinger Kreisky-Preis-Träger 2016: der Marbacher Jurist Sebastian Wiese.  |  NOEN, Walter Fahrnberger

„Mit unserem Buch wollten wir keine Meinung erzeugen, sondern die oft emotional geführten Diskussionen am Stammtisch versachlichen“, sagt Sebastian Wiese (40).

„Gegen Vorurteile“ heißt das Werk des Rechtsanwalts aus Marbach an der Donau (Bezirk Melk), welches er gemeinsam mit der Falter-Journalistin Nina Horaczek im Vorjahr veröffentlicht hat. Für das im Czernin-Verlag erschienene Buch bekommt das Duo am 9. März den Bruno-Kreisky-Preis verliehen.

Kampf gegen Rechtsextremismus

Damit zeichnet das Karl-Renner-Institut seit 1993 jährlich politische Literatur im Sinne des Lebenswerks von Bruno Kreisky aus, die vor allem für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit Toleranz und den Kampf gegen Rechtsextremismus einsteht. Preisträger sind unter anderem viele bekannte Persönlichkeiten wie Paul Lendvai, Armin Thurnher oder Christine Nöstlinger. Und nun auch Sebastian Wiese.

Gemeinsam mit Nina Horaczek entkräftet er zum Beispiel das Vorurteil, die Ausländerkriminalität wäre wegen Flüchtlingen oder Migranten höher. „Gesteigert wird die Kriminalstatistik von jenen Ausländern, die gar nicht in Österreich wohnen. Da zählt der Skitourist, der betrunken einen Unfall verursacht, ebenso dazu wie der kriminelle Handelsvertreter aus Deutschland oder der klassische Kriminaltourist“, hat Wiese recherchiert.

Buch gegen Vorurteile

Widerlegt werden aber nicht nur Vorurteile gegen Ausländer, sondern auch gegen Homosexuelle oder gegen die EU. Und zwar mit eindeutigen Zahlen und Fakten. „Es gibt genug Daten in allen Bereichen. Zum Beispiel von der Statistik Austria oder aus parlamentarischen Anfragen“, erläutert der zweifache Familienvater.

Entstanden ist die Idee zum Buch laut Wiese im privaten Kreis: „Nach vielen Diskussionen und ebenso vielen Meinungen haben wir uns entschlossen, Begründung dafür zu suchen.“ Das ist gelungen. Und sogar noch mehr. Das Buch liefert jedem Leser gute Argumente, sich gegen dumme Behauptungen zu wehren.