Erstellt am 19. April 2016, 06:54

von Teresa Sturm

Franz Moser: Auf der Suche nach dem perfekten Ton. Der 75-jährige Persenbeuger Franz Moser hat den Kontrabass-Klang revolutioniert.

Franz Moser mit einem seiner selbst entwickelten Stege.  |  NOEN, Franz Crepaz

Wer unzufrieden ist, jammert gerne. Franz Moser, ein 75-jähriger Persenbeuger, aber nicht. Vor Jahren war er ganz einfach mit dem Klang seines Instruments nicht zufrieden und entwickelte einen Teil seines Kon-trabasses neu.

Den bisher unverstellbaren Steg des Instruments veränderte er, indem er die Füße des Stegs abtrennte und eine Handstellschraube mit Kugelgelenk einsetzte. „Die Kleinmengen werden von mir selbst gemacht“, sagt Moser.

Die Stegmechanik wird aber inzwischen in so großen Mengen produziert, dass diese industriell hergestellt werden muss. Die Idee hat Moser an die Wiener Firma Petz Kolophonium Vienna verkauft. Neben dem veränderten Steg hat Moser auch eine höhenverstellbare Stegschraube entwickelt, die bei Celli und der Drehleier verwendet wird.

Arbeit mit dem Holz

Der 75-Jährige ist in Persenbeug geboren und aufgewachsen. Auch seine beiden erwachsenen Kinder sind nicht weit. So fällt dem vierfachen Großvater auch regelmäßig die Betreuung der Enkel zu. In Persenbeug leitete er auch seine Tischlerei. Die Arbeit mit dem Holz gehört also schon lange zu seinem Leben. Erst mit 50 hat er das Kontrabassspielen gelernt. Er musste als Kind Violine lernen und „so wie es die Enkerl nicht freut, hat es mich damals nicht gefreut“, schmunzelt er.

Wiener Philharmoniker als Kunden

Mosers Kunden seien Anfänger oder Jazzer, die ihren Klang verbessern wollen, aber auch Profis. Moser hilft ihnen, ihren Klang zu verbessern. „Dass durch meine Entwicklungen Kontakt zu Profis entstanden ist, hätte ich mir nie erträumt“, so Moser bescheiden. Mehrere der Wiener Philharmoniker spielen mit Instrumenten mit dem von ihm entwickelten Steg.

Moser selbst spielt im Am-stettner Symphonieorchester und im Linzer Konzertverein. „Ich will nur genießen“, sagt er über die Auftritte. Am liebsten hinten stehen, wo er „nicht noch nervöser wird“.

Ziel für die Zukunft sei es, dass er gesund bleibt: „Mein Wunsch wäre es, noch lange musizieren zu können.“