Erstellt am 30. März 2016, 07:44

von Teresa Sturm

Für den Papst etwas Selbstgeschnitztes. Christian Fahrenbergers Leidenschaft ist die Holzarbeit. Sogar Franziskus hat ein Werk von ihm.

Christian Fahrenberger  |  NOEN, Sturm

Bergauf im Tal der kleinen Ybbs, über eine kleine Brücke, mit Tropfen aus Eisen verziert, und an einem Haus vorbei: Hier versteckt sich die Werkstatt von Christian Fahrenberger. Und hier kann er „komplett abschalten und tun, wie ich will“.

Werke und Statuen aus Holz, wie die heilige Notburga, fertigt der 44-Jährige dort an. Obwohl moderne Skulpturen leicht zu verkaufen wären, stellt er nur wenige davon her: „Am liebsten mache ich sakrale Figuren, allein schon wegen der Machart. Ich will was schnitzen, wo ein kleines Kind sofort erkennt, was das ist.“

„Ich arbeite schon immer mit Holz“

Fahrenberger ist hauptberuflich Projektleiter bei der Firma Aigner in Ybbsitz. Davor hat er lange in einer Tischlerei gearbeitet. „Ich arbeite schon immer mit Holz, eigentlich schon seit ich ein Kind war“, sagt er. Durch Übung brachte sich der Ybbsitzer vieles selber bei, hat aber auch eine Bildhauerschule in Tirol besucht: „Da ging es mehr um die Theorie. Wie teile ich den Körper ein? Wie wirft ein Gesicht die Falten?“

Stolz auf seine Söhne

Auch seine Familie verbringt viel Zeit in und um die Werkstatt. Fahrenbergers Frau kümmert sich um die Außengestaltung und den Garten vor der Werkstatt. Auch Thomas, der jüngere, körperlich schwer beeinträchtigte Sohn, verbringt dort viel Zeit. „Er geht mir ab, wenn er nicht da ist. Er ist eine Inspiration für die Arbeit.“ Gerade, wenn einmal was nicht so gut läuft, sei er froh, ihn zu haben: „Wenn er dich dann ansieht und grinst, dann ist alles wieder gut.“ Auch vom zweiten Sohn, dem 23-jährigen Sozialpädagogen Daniel, spricht Fahrenberger mit Begeisterung. So dient wohl neben der Arbeit mit dem Holz die Familie als weitere Energiequelle.

Audienz bei Papst Franziskus

Einen der Höhepunkte im Leben des Künstlers stellt die Audienz bei Papst Franziskus dar. Das Ehepaar Fahrenberger wurde vom Vatikan eingeladen, an einer Messe teilzunehmen. Im Zuge dessen hatte es die Chance, mit dem Papst zu plaudern. Und Fahrenberger konnte ihm ein selbst geschnitztes Kreuz überreichen. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, so Fahrenberger.

Vor allem durch Mundpropaganda läuft sein Geschäft mit dem Holz. Dass das zu schnell geht, will er gar nicht: „Ich will mir Zeit nehmen für die Arbeit. Wenn es fertig ist, ist es fertig.“