Erstellt am 05. Januar 2016, 04:48

von Teresa Sturm

Grüße per Handschrift. Bei der Tullnerin Barbara Snizek kann man handgeschriebene Post bestellen.

Seit August betreibt Barbara Snizek die www.handschreiberei.com.  |  NOEN, zVg

Vor Jahren hat Barbara Snizek einen Liebesbrief ihres Ururgroßvaters an seine Frau gefunden. Und damals entstand eine Idee. „Die Leute haben keine Zeit mehr, beziehungsweise nehmen sich zum Schreiben keine Zeit mehr“, sagt die Tullnerin, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Handgeschriebenes wieder salonfähig zu machen.

Seit August betreibt Snizek die Website „Handschreiberei – Werkstatt für Handschriftliches“. Etwa dreißig Personen schreiben inzwischen für Snizek, die sich vor fünf Jahren mit einer Werbeagentur selbstständig gemacht hat. Weihnachtskarten, Kuverts, Menükärtchen, Einladungen und vieles mehr kann man dort bestellen, alles mit der Hand geschrieben.

Auf der Plattform schreiben jüngere und ältere Leute, Männer und Frauen. Die Unterschiede zwischen den Schriften sind teilweise groß. Ältere Leute haben beispielsweise ein ausgeprägteres Schriftbild als die jüngeren. Dass jeder eine individuelle Schrift hat, beeindruckt Snizek am meisten: „Jede Schrift kann nur einem einzigen Menschen zugeordnet werden.“

Das Besondere an den handschriftlich angefertigten Kärtchen und Briefen ist wohl der Zeitfaktor. Man müsse sich ja allein schon deshalb die Zeit nehmen, weil man Fehler nicht ausbessern kann. Die Wertigkeit von handgeschriebener Post sei im Gegensatz zu elektronischer oder gedruckter Post eine andere: „Man setzt sich hin, nimmt einen Stift, denkt an einen Menschen und schreibt los“, sagt Barbara Snizek. Auf der Homepage kann man sich die gewünschte Schrift dann aus einem Sortiment auswählen.

Im neuen Jahr will Barbara Snizek Neues versuchen. „Am Valentinstag möchte ich Geschäften anbieten, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von mir vor Ort sind.“ So können sich Kunden gleich in der Parfümerie oder einem Blumengeschäft eine schön beschriftete Karte dazukaufen.

Dass die mit Hand beschriebene Ware auch in Zukunft Zuspruch findet, ist sich Barbara Snizek sicher: „Handgeschriebene Sachen, die man im Postfach hat, wirft man nicht einfach weg. Wenn etwas schön geschrieben ist, hebt man es oft mehrere Jahre auf.“