Erstellt am 08. Dezember 2015, 14:12

von Anita Kiefer

Johann Obritzhauser: der Ton-Champion. Johann Obritzhauser aus Krems fährt zu den Abilympics in Frankreich.

Aus Ton formt Johann Obritzhauser aus Krems etwa Tiere, Kerzenständer, Vasen und Weinkühler.  |  NOEN, Foto: Franz Gleiß
„Gemmas an?“ Johann Obritzhausers Augen blitzen verschmitzt. Es gilt, Fotos zu machen von ihm und seiner Arbeit, dem Töpfern, in der Tageswerkstätte der Caritas in Krems. Diese Arbeit, die macht dem 46-Jährigen Spaß. Doch nicht nur das, mit dem Töpfern ist der Kremser auch höchst erfolgreich: Er hat bei den Abilympics, den Berufswettbewerben für Menschen mit Beeinträchtigung, den ersten Platz in der Kategorie Töpfern geholt. Und vertritt Österreich Ende März mit 15 weiteren Teilnehmern – und als einziger Niederösterreicher – beim europäischen Bewerb im französischen Bordeaux.

15 Jahre war Obritzhauser alt, als er in der ersten Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigung, ebenfalls in Krems, zu arbeiten begann. „Ich hab’ damals alles durchgemacht, zum Beispiel Teppichknüpfen“, erzählt er. Beim Töpfern schließlich, da ist er hängengeblieben. Und macht diese Arbeit seit mittlerweile 30 Jahren jeden Tag. Seit der Jahrtausendwende ist er in der Caritas Tageswerkstätte in Krems beschäftigt. Dort fertigt er – je nach Auftragslage – beispielsweise Weinkühler aus Ton.

Vorfreude auf Abilympics ist groß

Zu den Abilympics kam Obritzhauser auf Initiative des Caritas-Fachbereichsleiters Karl Lackner. Was die Wettbewerbe angeht, ist Obritzhauser mittlerweile schon ein alter Hase. Zwei Mal hat er bereits bei den österreichischen Abilympics mitgemacht – und jeweils den zweiten Platz geholt.

Jetzt reichte es für den Sieg in seiner Kategorie – in der er sich gegen sieben Konkurrenten durchsetzte. Organisiert wird dieser Bewerb von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt AUVA, die auch die Kosten für die österreichischen Teilnehmer für die Fahrt nach Bordeaux übernimmt.

Für diesen europäischen Bewerb ist Obritzhauser bereits bestens gerüstet. „Einen Pass hab’ ich schon, einen dunkelroten.“ Und die Freude darauf, die ist groß: „Drei Tage wird g’hackelt“, sagt er, „den Rest können wir uns was anschauen. Da nehm’ ich meine Kamera mit!“

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