Erstellt am 08. März 2016, 06:44

von Teresa Sturm

Konrad Zöttl: Tradition weiterführen. Der Sonntagberger Konrad Zöttl stellt aus dem hauseigenen Stollen Wetzsteine her.

Der 24-jährige Sonntagberger Konrad Zöttl stellt aus den Sandsteinen des eigenen Stollens Wetzsteine her und erhält so ein jahrhundertealtes Brauchtum am Leben.  |  NOEN, Franz Baldauf

Schon im Jahr 1880 hat der Ur-großvater des Sonntagbergers Konrad Zöttl Wetzsteine produziert. Auch der Großvater führte die Tradition weiter und steckte den inzwischen 24-jährigen Enkel mit der Leidenschaft an.

„Er hat das so lange gemacht, solange er konnte. Ihm taugt das jetzt voll und er ist froh, dass ich mit dem Brauchtum weitermache“, erzählt Zöttl von seiner geerbten Familientradition. In ferner Zukunft wäre es für den 24-Jährigen wichtig, dass nicht vergessen wird, was früher geschaffen worden ist.

Hilft am elterlichen Betrieb

Hauptberuflich arbeitet der Metallfacharbeiter bei der Firma Böhler PROFIL GmbH und hilft am elterlichen Betrieb in der Gemeinde Sonntagberg. Dort sind nicht nur Rinder, Hühner und Schweine zu versorgen, sondern auch etwa 50 Hasen. Derzeit spielt der Vielbeschäftigte mit dem Gedanken, ein Zertifikat zu machen, um in Zukunft Fleisch- und Wurstwaren ab Hof verkaufen zu können.

Neben seinem Hobby, dem Wetzsteinherstellen, ist Konrad Zöttl auch im Kleintierzuchtverein und unterstützt die Musikkapelle mit dem Flügelhorn.

Produziert 200 bis 300 Steine jährlich

Die Wetzsteine, die acht Euro kosten, können auf Mittelalter- oder Marktfesten erstanden werden, aber auch auf telefonische Vorbestellung. Die Kundschaft erstreckt sich inzwischen von Ungarn bis Bregenz. Vor allem in Innsbruck und Salzburg sind die Wetzsteine beliebt. Zöttl erklärt, dass das an den vielen steilen Hängen dort liegt: „Die können nur mit der Sense gemäht werden.“ Und diese wird mit den Sonntagberger Wetzsteinen wieder scharf. Sie bestehen aus einem der abriebschwächsten Materialien weltweit.

Konrad Zöttl produziert 200 bis 300 Steine jährlich. Für die Zukunft wünscht er sich, dass er weiter in diesen Mengen produzieren kann: „Mein Ziel ist es, dass auch in zehn oder 20 Jahren gerne Wetzsteine gekauft werden, auch wenn es nur als Souvenir ist. Diese Tradition soll geschätzt werden.“