Herzogenburg

Erstellt am 04. April 2017, 02:33

von Teresa Sturm

Virenjagen auf der ganzen Welt. Marion Marschalek aus Herzogenburg ist zum Thema IT-Sicherheit international gefragt. Sie hilft Firmen, schadhafte Programme zu finden.

Marion Marschalek aus Herzogenburg.  |  Privat

Marion Marschaleks Arbeit findet vor dem Computer statt. Was zuerst wenig spektakulär klingt, ist dennoch Stoff für viele aktuelle Filme und Serien. Denn die Herzogenburgerin ist Hackerin. Allerdings kämpft sie auf der guten Seite.

Die 29-Jährige ist im Moment selbstständig. Wenn etwa eine Firma ein Hack feststellt oder Daten gestohlen worden sind, kommt Marschalek, seziert das Netzwerk und schaut sich die Ransomware, also ein schädliches Programm, an, um zu sehen, was passiert ist.

„Ich schaue, ob sich das Ding irgendwie ausgebreitet hat und die können dann Schadensbegrenzung machen, also die Rechner austauschen oder neu aufsetzen“, erklärt Marschalek.

"Ich sitze voll gerne stundenlang am Rechner"

Nach der Hauptschule in Herzogenburg und der HTL in St. Pölten studierte Marschalek IT-Security an der FH St. Pölten. Die Arbeit in dem Bereich ist nun genau Ihres: „Ich sitze voll gerne stundenlang am Rechner und starre Dinge zu Tode, bis sie aufgeben. Ich beschäftige mich mit Details und zerlege gerne Sachen.“ Marschalek sei auch nicht so der Menschenfreund: „Mich stört das nicht, wenn ich zwei Tage einmal gar niemanden sehe.“

Im Kontrast dazu stehen IT-Konferenzen im Ausland. Vor einigen Jahren ist sie durch den ersten Platz beim Reverse-Engineering-Wettbewerb für Frauen dazu gekommen. Der erste Preis war die Teilnahme an einer Konferenz in Singapur.

„Ich habe dort auch einen Vortrag gehalten, aber ich bin nicht der geborene Bühnenmensch“, sagt Marschalek. Inzwischen hält sie aber regelmäßig international Vorträge.

Jobmäßig zieht es sie wegen eines Angebots vielleicht in die USA. Langfristig wolle sie aber „voll gerne wieder zurück nach Wien“. Während des Studiums war sie länger in Mexiko und Argentinien: „Es hört sich kitschig an, aber wenn man die große Welt gesehen hat, kommt man drauf, dass es daheim wirklich schön ist.“