Erstellt am 15. März 2016, 06:39

von Teresa Sturm

Michael Stadler: Ein Forschender zwischen zwei Welten. Wissenschaftler Michael Stadler aus Hofamt Priel wird von US-Präsident Barack Obama geehrt.

Michael Stadler  |  NOEN, Privat

„Du erreichst automatisch etwas, wenn du dich auf etwas konzentrierst und du überzeugt davon bist, was du machst“, sagt Michael Stadler, der im Frühling den „Presidential Early Career Award for Scientists and Engineers“ als Nachwuchswissenschaftler von US-Präsident Barack Obama erhalten wird.

Höchste Auszeichnung in der Karriere

Dass der gebürtige Yspertaler, der an der Uni von Berkeley in Kalifornien arbeitet, nominiert ist, hatte er für lange Zeit nicht realisiert. Seine Arbeit wurde von verschiedensten Komitees über zweieinhalb Jahre im Geheimen beobachtet. „Das ist eine sehr angesehene Auszeichnung und die höchste, die ein Wissenschaftler im Abschnitt meiner Karriere erhalten kann“, schätzt der 41-Jährige den Preis.

Am Beispiel Deutschland erklärt er seine Arbeit: „Dort wird Windkraft im Norden eingesetzt. Die Verbraucherzentren sind eher im Süden, das macht die Netzbaukosten teurer. Hier kommt dann die Idee ins Spiel, innovative Erzeugung und flexiblen Verbrauch in eine Region zu setzen, um sich Netzprobleme und Kosten zu sparen.“

Alles muss perfekt sein

Diese Systeme nennt man Microgrids, die vom Rest des Stromnetzes abgekoppelt werden und autonom arbeiten können. Bei der Arbeit sowie bei Hobbys hat Stadler die gleiche Einstellung: „Bevor ich was halbherzig mache, mache ich es gar nicht.“ Beim Modellbau muss es, wenn er etwas macht, perfekt sein, schmunzelt er. Auch das Schreiben von Computerprogrammen macht ihm Spaß. Was bei all seinen Tätigkeiten aber wichtig ist, ist, dass „was rauskommt, das Sinn macht“.

Er lebt seit acht Jahren in den USA, kommt aber regelmäßig zurück nach NÖ: „Das ist für mich ein Rückzugsort, weil es viel ruhiger ist. Drüben lebe ich als Amerikaner und in Österreich, wie ich aufgewachsen bin. Das ist wie in zwei Welten.“ Nach Österreich zurückzugehen, ist für ihn eine Option.