Erstellt am 01. Dezember 2015, 11:02

von Anita Kiefer

"Möchte Beitrag leisten". Der gebürtige Klosterneuburger Wilfried Vyslozil ist Chef der SOS-Kinderdörfer weltweit.

Wilfried Vyslozil mit äthiopischen Jugendlichen.  |  NOEN, PatrickWittmann.com
Am wichtigsten ist Wilfried Vyslozil, dass Kinder „ihre innere Stimme finden“. Seine persönliche innere Stimme, die hat der gebürtige Klosterneuburger während seines BWL-Studiums in Linz gefunden. Da wurde ihm bewusst, dass er keine klassische BWL-Karriere anstreben will. Und das ist ihm geglückt: Jetzt wurde der 57-Jährige zum Vorstandsvorsitzenden der SOS-Kinderdörfer weltweit mit Sitz in München gewählt.

Bis er die Schule beendet hatte, wohnte Vyslozil in Klosterneuburg, fürs BWL-Studium verschlug es ihn nach Linz. Dort lernte er die Institutionen Caritas und Diakonie kennen, und in ihm wuchs der Wunsch, mit seinem Beruf etwas Sinnvolles zu tun. „In diesem einzigen Leben, das ich habe, will ich einen Beitrag leisten, dass die Welt nicht extrem schlechter wird“, sagt er.

Nach Ende des Studiums arbeitete Vyslozil an der Uni und im Sozialmanagement, und wurde dann Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf Österreich in Innsbruck. Vor acht Jahren wechselte er zu SOS-Kinderdörfer weltweit nach München. Diese Organisation ist für die Finanzierung der SOS-Kinderdörfer und etwa der Familienhilfe zuständig.

Keine Sinnkrise

In seinem Job habe er „nicht eine Minute eine Sinnkrise gehabt“, sagt der gebürtige Klosterneuburger. Ein Drittel des Jahres verbringt er im Ausland. Was für ihn ob seiner eigenen drei Kinder häufig einiges an Organisationstalent abverlangte. Er nahm die drei, so oft es ging, mit; im Sommer etwa in ein Kindercamp nach Italien.

Seine Arbeit ist für den 57-Jährigen sehr ergreifend. „Ich halte es für sehr wichtig, dass man sich berühren und sogar erschüttern lässt.“ Deshalb legt er wert darauf, dass Mitarbeiter aus der ganzen Welt regelmäßig in die Zentrale kommen, um von ihrer Arbeit zu berichten.

Mit seiner Frau und seinem Sohn wohnt Vsylozil in Innsbruck. Die beiden Töchter studieren in Salzburg bzw. Wien. Dass man im Leben seiner inneren Stimme folgen sollte, das hat er auch seinem Nachwuchs vermitteln können – alle drei brennen für ihre Ausbildungen, sagt der Vater: „Nichts ist schlimmer als Couchpotatoes.“

Welcher Niederösterreicher der Woche hat Euch besonders beeindruckt? Wählt Euren persönlichen Favoriten zum Niederösterreicher des Monats November!