Erstellt am 13. Oktober 2015, 07:27

von Anita Kiefer

Gemeinsamer Ausgleich. Das Scheibbser Ehepaar Anton und Susanne Scharner ist seit 25 Jahren Halter.

Anton und Susanne Scharner auf der Gföhler Alm in Gaming. Seit 25 Jahren ist das Ehepaar bereits als Halter auf der Alm tätig.  |  NOEN, privat

Einen Ausgleich zum Beruf, den haben Anton und Susanne Scharner in einer ganz besonderen Tätigkeit gefunden: Das Scheibbser Ehepaar ist als Halter auf der Gföhler Alm in Gaming tätig. Heuer feiern die beiden ein besonderes Jubiläum: Sie sind bereits seit 25 Jahren als Kuhhirten tätig.

„Für die Seele und den Geist ist’s gut“, sagt Anton Scharner über seine Nebentätigkeit. Als Halter ist das Ehepaar Scharner für die Kühe – 90 Stück Mütterkühe mit Jungvieh – zuständig. Ebenso für die Instandhaltung von Weidezäunen und Tränken sowie für die Bewirtung von Gästen, die zur Hütte kommen. Zwischen Mai und September ist Hochsaison auf der Alm. Den Winter verbringen die Tiere bei ihren Bauern im Stall.

Zurück zu den Wurzeln

Sowohl Anton als auch Susanne Scharner sind jeweils auf einem Bauernhof aufgewachsen und haben daher von jeher ein großes Wissen über Landwirtschaft und Viehhaltung. Beide haben aber andere Brotberufe ergriffen. Anton Scharner war als Heilmasseur tätig. Durch Zufall bekam er dabei das Angebot, Halter zu werden: Einer der Weidebauern, die im Sommer Vieh auf die Alm bringen, kam zum Massieren zu Scharner. In einem Gespräch übers Wetter erwähnte der Bauer, dass ein Halter für die Gföhler Alm gesucht wird. Diese Gelegenheit ergriff der Scheibbser – die ersten 16 Jahre neben seinem Beruf. Im Sommer wohnte er fix, seine Frau tageweise auf der Alm. Und das, obwohl das Ehepaar vier Kinder großzog.

Besonders lobt Anton Scharner das „gute Verhältnis“, das er und seine Frau mit den Weidebauern, Jagdpächtern und Jägern haben. Mit seinem Halterdasein hat sich Anton Scharner übrigens einen Kindheitstraum erfüllt. Der 67-Jährige erinnert sich: „Ich hab’ in der vierten Volksschulklasse einen Aufsatz zum Thema ‚Was ich einmal werden will’ geschrieben. Und ich hab’ geschrieben: ‚Ich möchte einmal Halter werden‘.“

Als Halter will das Ehepaar tätig sein, „solange es gesundheitlich geht“, sagt die 62-jährige Susanne Scharner.