Erstellt am 23. Februar 2016, 05:34

von Teresa Sturm

Über den Wolken. Der 73-jährige St. Georgener Johann Schön ist Brieftaubensport-Staatsmeister 2015.

Der Brieftaubenzüchter Johann Schön zeigt seinen Taubenschlag in St. Georgen am Ybbsfelde, wo derzeit 120 Tauben leben.  |  NOEN, Teresa Sturm

In nur wenigen Tagen schlüpft Nachwuchs bei Züchter Johann Schön. Ernst wird es dann für die jungen Brieftauben ein paar Wochen später. Denn da beginnt das allererste Training. Schön züchtet die Vögel nämlich nicht nur seit 40 Jahren, er betreibt auch Brieftaubensport mit ihnen. Wenn die Jungtiere dann soweit sind, fährt der St. Georgener mit ihnen nach St. Valentin oder Haag, um sie das erste Mal frei zu lassen. „Bis ich mit dem Auto wieder daheim bin, sind die Tauben schon da“, erklärt der Pensionist.

Und der Aufwand, den er für die Zucht betreibt, zahlt sich aus. Denn Schön ist Brieftaubensport-Nationalmeister und besitzt somit die schnellste Taube Österreichs. Ihre offizielle Bezeichnung ist 310-13-39, doch der Motorsportfan nennt sie liebevoll „Rossi“, benannt nach dem mehrfachen Motorradweltmeister Valentino Rossi.

Unterstützung kommt von Gattin Rosa

Als Schön noch bei der Firma Umdasch in der Holzabteilung arbeitete, übernahm seine Frau Rosa oft die Fütterung und das Training der Tauben. „Wenn die Frau nicht dahintersteht und davon begeistert ist, funktioniert’s nicht“, ist sich Johann Schön sicher. Und seine Frau ist auch begeistert: „Ein Fischer oder ein Jäger ist nie daheim. Aber er ist immer bei mir“, freut sich Rosa Schön.

Pflege von 120 Tieren

Obwohl der St. Georgener 120 Tiere hat, pflegt er zu jedem eine Beziehung. Schön kennt seine Tiere daher gut: „Beim Fliegen sehe ich, ob die Taube in Form ist oder nicht. Da kann ich ihr dann zusätzlich Vitamine geben“, erklärt der 73-Jährige, der das Futter selbst zusammenmischt.

Seit 2008 ist der Züchter Johann Schön nun durchgehend Erster im Österreichischen Brieftaubensport. Während das Ziel der anderen Züchter ist, ihn zu schlagen, ist es seines, auch weiterhin Erster zu bleiben. Dass er wegen des zeitaufwändigen Hobbys nicht so oft fortkommt, stört ihn keineswegs: „Das Hobby ist für mich wie Urlaub. Meine Erfüllung ist, dass meine Tauben nach einem Wettbewerb daheim wieder gut ankommen.“