Erstellt am 31. Mai 2016, 06:24

von Teresa Sturm

Anna Neuninger: „Die Begeisterung war von Anfang an da“. Die Pöggstallerin Anna Neuninger leitet seit 25 Jahren die Jugendarbeit in Niederösterreich.

»Am Anfang konnte ich kein Blut sehen«: Anna Neuninger, heute Landesjugendreferentin des Roten Kreuzes NÖ. Foto: Sturm  |  NOEN, Teresa Sturm

1986 besuchte Anna Neuninger einen Erste-Hilfe-Kurs. „Falls sich die Kinder wehtun“, wie sie sagt, wollte die Mutter von zwei Söhnen helfen können. „Danach dachte ich, ich weiß noch immer nichts.“ Also folgte auch der Kurs zur Sanitäter-Ausbildung. Als Sanitäterin zu arbeiten war damals nicht das Ziel der Pöggstallerin. „Ich konnte ja kein Blut sehen“, sagt Neuninger, Jahrgang 1951.

Als gelernte Herren- und Damen-Kleidermacherin arbeitete sie lange im Bereich der Druckformentechnik und später – bis sie vor elf Jahren in Pension ging – in der Versicherungsbranche. Nach Beendigung der Ausbildung zur Sanitäterin ging die erste Ausfahrt in das St. Anna Kinderspital mit einem fünfjährigen Krebskranken.

„Das war die Hölle. Ich hab’ mich dann aber entschieden weiterzumachen. Man lernt es, sich abzugrenzen“, so Neuninger über die Arbeit mit Kranken. Wenn man aber gar nichts spüre, sei man verkehrt am Platz, ist sie sich sicher.

Netzwerk musste aufgebaut werden

Inzwischen ist Neuninger nicht nur Freiwillige Landesjugendreferentin, sie arbeitet auch als Bezirksstellenverantwortliche in Pöggstall, Bezirk Melk, für das Rote Kreuz. Das große Netzwerk, dass mittlerweile besteht, musste sich Neuninger, als sie damals die Jugendarbeit für das Rote Kreuz Niederösterreich übernahm, erst aufbauen.

„Es war nichts da. Das war mir zu Beginn nicht bewusst“, so Neuninger. Ein Leitfaden und Richtlinien wurden ausgearbeitet und zusätzlich zu den bestehenden Jugendgruppen habe sie sich ein Team geschaffen. „Die Begeisterung war von Anfang an da“, sagt Neuninger, auch nach 25 Jahren immer noch mit Begeisterung in der Stimme. Erste-Hilfe-Kurse für Kinder und Jugendliche stehen seit Jahrzehnten am Plan. Aber auch Jugendlager, wo „die Kinder mit leuchtenden Augen“ teilnehmen. Obwohl Neuninger durch die gemeinnützige Arbeit sehr eingespannt ist, widmet sie auch ihre Freizeit Kindern, denn jeden Dienstag gehört ihre Zeit ihrem jüngsten Enkel.

Derzeit gibt es 129 Jugendgruppen im Bundesland, das sind etwa 4.000 Kinder und Jugendliche. Ganz zufrieden ist Neuninger aber noch nicht damit: „Ich will eigentlich, dass jede Orts- und Bezirksstelle eine Jugendgruppe hat“, sagt sie mit Bestimmtheit. Und es ist klar: Auch das wird sie schaffen.