Erstellt am 30. August 2016, 06:39

von Teresa Sturm

Stehaufmandl mit Spleen für große Vögel. Reiner Gärtner züchtet im Kamptal Strauße. Auf seinem Hof leben Hunderte Tiere.

Reiner Gärtner hat in Schönberg die größte Straußenzucht Österreichs aufgebaut.  |  NÖN/Teresa Sturm, Teresa Sturm

In Schönberg am Kamp im Bezirk Krems-Land leben Hunderte Exemplare des größten Vogels der Welt. Auf der größten Straußenzucht Österreichs. Reiner Gärtner hat dort das „Straußenland“ aufgebaut, wo aber auch Emus, Nandus und Truthühner leben.

Schon früh musste Gärtner Verantwortung übernehmen. „Ich wollte nicht unselbstständig sein. Die Straußenhaltung war ein Spleen. Eine von hundert Ideen. Ich hätte ja auch ein Altenheim aufmachen können“, sagt der 73-Jährige über das große Haus, das er damals gebaut hat. Zu Beginn sei es aber finanziell sehr schwierig gewesen. 1965, ein Jahr nach seiner Matura, begann er den Betrieb „aus dem Nichts“ aufzubauen. Seine Frau Ingrid, die vor allem für die Buchhaltung zuständig ist, hat ihn dabei tatkräftig unterstützt.

2003 hat sein Sohn Wolfgang den Betrieb übernommen. Auch Gärtners älterer Sohn Thomas hat sich mit einer Firma selbstständig gemacht. „Aber auch er hätte mir zuliebe den Hof übernommen. Da bin ich schon stolz“, sagt Gärtner.

„Bevor ich etwas anfange, überlege ich, was alles schiefgehen kann.“

Reiner Gärtner

2014 hätte Gärtners Leidenschaft ihn aber fast das Leben gekostet. Als sein Auto auf Straußengebiet liegen blieb, ging er zu Fuß weiter und störte einen Strauß in dessen Revier. Durch einen Tritt des Tieres verlor Gärtner ein Auge und trug 15 Brüche im Gesicht davon. Er ist aber niemand der „Was wäre wenn“ spielt. „Ich bin ein Stehaufmandl. Ich bin ja dankbar, dass es mir gut geht“, ist er positiv und bezeichnet sich trotzdem als Pessimisten. „Bevor ich etwas anfange, überlege ich, was alles schiefgehen kann.“

Wäre Gärtner kein Bauer und Züchter, wäre er Lehrer geworden. Bei seinen Führungen, die für Straußeninteressierte angeboten werden, wird klar, dass er auch diesen Job gut gemacht hätte. Im Straußenland kann er aber sein Talent zum Lehren mit der Leidenschaft für die Riesenvögel verbinden.

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