Erstellt am 22. Dezember 2015, 04:28

von Teresa Sturm

Rudolf Rabl: Geschnitztes Brauchtum. Der 75-jährige Scheibbser Rudolf Rabl hat die erste Erlauftaler Krippe geschnitzt.

Viele Stunden arbeitet der 75-jährige Rudolf Rabl an seinen Krippenfiguren. Die Genauigkeit sieht man ihnen an.  |  NOEN, Foto: NÖN

Mehr als 360 Arbeitsstunden stecken in der ersten und bisher einzigen Erlauftaler Krippe. Und diese Arbeit sieht man auch an jedem einzelnen Detail jeder einzelnen Figur.

„Ich wollte im Alter noch was machen. Also habe ich damit begonnen“, sagt der 75-jährige Rudolf Rabl über sein spät gefundenes Hobby. Denn erst mit 70 Jahren hat der Pensionist zu schnitzen begonnen.

Auch das Hintergrundbild hat Rabl selbst gemalt. Um die genaue Technik studieren zu können, fuhr er nach Wien in die Nationalbibliothek und besorgte sich die passende Literatur.

Drei Berufe gelernt 

Ehrgeizig ist er nicht nur beim Handwerk, sondern war es auch in seinem beruflichen Leben. Denn Rabl hat drei Berufe gelernt – Schmied, Schlosser und Mechaniker – und war später jahrzehntelang in Führungspositionen großer Betriebe.

Der gebürtige Scheibbser lebte lange Zeit in Pöchlarn, wohnt aber inzwischen mit seiner Frau Sigrid Henriuk-Rabl in einem Haus in Mödling. Im Keller des Hauses befindet sich nicht nur seine Werkstatt. Seine Frau gibt dort auch Kunstkurse, um Interessierten die Blaumalerei näherzubringen. „Wir ergänzen uns da sehr gut“, wirft sie schmunzelnd ein.

Krippe ist nie vollkommen fertig

Derzeit arbeitet Rabl an einem Kamel. Es ist ein Geschenk für eines seiner drei erwachsenen Kinder. Am meisten fasziniere ihn an der Holzarbeit, wenn aus einem einfachen Stück Lindenholz langsam eine Figur herauswächst. „Das ist so etwas Schönes“, schwärmt Rudolf Rabl.

Eine Krippe sei nie vollkommen fertig, man könne ja immer noch weitere Figuren schnitzen, sagt Rabl. So will er in Zukunft nicht nur die schon vorhandene Erlauftaler Krippe erweitern, sondern für jedes niederösterreichische Viertel eine Krippe anfertigen.

Das Krippenschnitzen ist für Rudolf Rabl aber nicht nur ein Hobby: „Es ist eine eigene Philosophie und ein schönes Brauchtum. Das versuche ich zu erhalten.“

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