Ybbsitz

Erstellt am 26. Juli 2016, 09:30

von Teresa Sturm

„Was viel aushalten muss, ist geschmiedet“. Sepp Eybl arbeitet schon seit 21 Jahren in seinem Hammerwerk in Ybbsitz mit Eisen.

Die Skulptur hätte nur einige Zeit auf dem Ötscher zu bewundern sein sollen. „Es wurden aber Unterschriften gesammelt, damit der Baum oben stehen bleiben kann“, erzählt der Schmied.  |  Teresa Sturm

Ein jahrhundertealtes Hammerwerk inmitten des Ybbstals. Im Gegensatz zu anderen historischen Gebäuden wie diesem, wird hier noch geschmiedet.

„Die Schmiederei ist nicht tot, wie viele glauben. Alles, was viel aushalten muss, ist nach wie vor geschmiedet“, sagt der Schmid Sepp Eybl, der hier Werkzeuge, Skulpturen, aber auch Einrichtungsgegenstände herstellt. Die freie Formgestaltung ließe unendlich viele Möglichkeiten zu. Einzelstücke seien mehr und mehr gefragt.

Ybbsitz ist Eybls Wahlheimat. Er absolvierte die Fachschule an der HTL in Waidhofen an der Ybbs. „In dieser Zeit habe ich das Ybbstal kennen- und liebengelernt, speziell Ybbsitz — besonders mit seinen Strukturen und besonderen Menschen — hat es mir angetan. Seitdem bin ich leidenschaftlicher Ybbsitzer“, so Eybl.

In der heutigen Zeit seien die meisten Menschen mit Knöpfchendrücken beschäftigt, aber „irgendwer muss ja die Dinge herstellen, die wir brauchen“, sagt der 61-Jährige über die Wichtigkeit seiner Arbeit. Es sei ein schönes Erlebnis mit und für Kunden zu arbeiten und auch ihre Ideen einzubringen.

Wetterbaum aus Eisen geschmiedet

Vieles musste sich Eybl selber beibringen. Bei sehr alten Techniken könne man auch niemanden mehr fragen. „Wenn man dann Lösungen findet und etwas funktioniert, dann freut man sich, wieder etwas gelernt zu haben.“

Ein Projekt konnte Eybl erst kürzlich fertigstellen. Im Zuge der „Ferro Arte“ (Kunstprojekt im öffentlichen Raum von Landschaftsplaner Christian Winkler) hat er schon vor Jahren einen Wetterbaum aus Eisen geschmiedet. Da er Abnützungserscheinungen aufwies, reparierte Eybl die Skulptur. Sie wird nun wieder zu ihrem alten Platz am Berg zurückgebracht.

Ursprünglich hatte Eybl einen Schreibtischjob in einer Firma und hat sich mit 40 Jahren selbstständig gemacht. Ob er es je bereut hat, den Job zu wechseln? „Nein! In 21 Jahren nie.“