Erstellt am 17. November 2015, 06:18

von Anita Kiefer

Von neuen und alten Schriften. Der gebürtige Kremser Roland Hörmann kreiert neue Schriften und rettet Fassadenschriften.

Roland Hörmann sammelt und dokumentiert gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin historische Fassadenbeschriftungen.  |  NOEN, Stadtschrift

Seit dem Volksschulalter hat den 39-jährigen Roland Hörmann eines nicht mehr losgelassen: die Affinität für Schriften. Er entwirft seit 2007 selbst digitale Schriften. Außerdem hat der gebürtige Kremser und heutige Wiener gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Birgit Ecker den Verein „Stadtschrift“ gegründet, der sich mit der Erhaltung und Dokumentation von historischen Fassaden-Schriftzügen aus Glas, Neonröhren und Metall beschäftigt.

Für Hörmann sind die „verschiedenen Charaktere und Formen, die Schriften haben, und was sie aussagen“ faszinierend. Und das schon von klein auf. Hörmanns Vater war Techniker – und sein Sohn begeisterte sich schon als Kind für die Kataloge der Firma Letraset, die vor allem durch ihre Anreibebuchstaben berühmt wurde. „Ich hab’ die Buchstaben für Glückwunschkarten durchgepaust“, erinnert sich Hörmann.

Der Freelance-Grafiker hat 2009 seine erste kommerziell veröffentlichte Schrift „Luxus Brut“ publiziert. Und landete damit gleich auf internationalen Verkaufslisten. Schriften vergleicht Hörmann gerne mit Musik – er selbst hat bis vor einigen Jahren in einer Band gespielt: „Von Musik kann man extrem bewegt und berührt werden. Das geht bei Schriften auch.“

80 historische Fassadenschriften gesammelt

Doch eben nicht nur neue Schriften haben es Hörmann angetan. Der Verein „Stadtschrift“ existiert seit 2012. Rund 80 historische Fassadenschriften hat der Verein seither zusammengetragen. An einer Feuerwand im zweiten Bezirk etwa sind aktuell 13 Schriftzüge angebracht. Im Frühjahr soll eine zweite Wand in Wien mit alten Schriftzügen bestückt werden – dazu werden aktuell gerade Einwilligungen von etwa Hauseigentümern eingeholt. Hörmann und seine Lebensgefährtin wollen so eine Art dezentrales Museum für die alten Schriften schaffen, das für jeden kostenlos und frei zugänglich ist.

Übrigens: Die meisten Schriftzüge „rettet“ der Verein in Wien. „Wir haben aber auch einzelne Beschriftungen aus Krems, Langenlois, Mödling in der Sammlung.“

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