Erstellt am 25. April 2017, 01:17

von Christine Haiderer

Jedes fünfte Kind benötigt Hilfe. Das NÖ Kinder- und Jugendnetzwerk soll alle, die mit Problemkindern arbeiten, vernetzen.

Kinder und Jugendliche können in schwierige Situationen kommen, in denen ihnen und ihrer Familie Unterstützung guttut.  |  Symboldbild: Iakov Filimonov/Shutterstock.com

Wie die Versorgung der Unter-18-Jährigen mit psychosozialen und sozialpädiatrischen Problemen in NÖ aussieht? Das hat sich der NÖGUS im Rahmen des NÖ-Kinder- und Jugendplans genauer angesehen.

Ein Ergebnis: „Rund 60.000 von den 290.000 Kindern und Jugendlichen in Niederösterreich, das sind rund 20 Prozent, benötigen Unterstützung aufgrund von psychosozialen und sozialpädiatrischen Problemen“, betont Projektleiter Georg Ziniel.

Diese reichen von Entwicklungsstörungen über Sucht bis hin zu psychischen Problemen, von körperlichen und psychischen Behinderungen über Persönlichkeits- oder Essstörungen bis hin zu Traumatisierungen aufgrund von Gewalterlebnissen.

Gezeigt hat sich auch, dass Niederösterreich über ein großes Angebot mit vielfältigen Leistungen verfügt. Es gibt Kinderärzte, Kinder- und Jugendpsychiater, Ergotherapeuten, Hebammen, mobile Frühförderung, Versorgung in Heimen, Ambulatorien, Kliniken … Das Problem ist aber, dass diese oftmals nicht ausreichend miteinander vernetzt sind.

Eine bessere Vernetzung geplant 

Im Rahmen des NÖ-Kinder- und Jugendplans soll daher ein NÖ-Kinder und Jugendnetzwerk errichtet werden. Mit dem Ziel, alle diesbezüglichen Organisationen, Fachexperten und Dienstleister in NÖ zusammenzubringen. Ziniel: „Wir wollen gemeinsam bestehende Angebote besser miteinander vernetzen, weiterentwickeln und klare Behandlungswege und -zuständigkeiten definieren, damit Kinder und deren Familien die notwendigen Behandlungen und Hilfen rascher und unkomplizierter erhalten.“

Was Eltern tun können, wenn sie merken, dass etwas nicht stimmt? „Eltern sollten schon bei ersten Hinweisen auf ein auffälliges Verhalten eine Beratungsstelle aufsuchen“, rät Ziniel. „Denn je früher eine Klärung erfolgt, desto rascher und nachhaltiger ist der Erfolg.“ Außerdem: „Beratungsstellen bieten den Familien kostenlose Unterstützung an, damit sie Klarheit über das Problem erhalten und helfen ihnen gleichzeitig als Wegweiser im Gesundheits-, Bildungs-, oder Sozialsystem bei der Problembewältigung.“

Die Erstberatung, wie sie in rund 60 Beratungsstellen von verschiedenen Organisationen in NÖ angeboten wird, ist für Eltern kostenlos. Die Kosten werden aus öffentlichen Mitteln, größtenteils vom Familienministerium und dem Land NÖ getragen. Ist mehr Hilfe nötig, wie etwa die von Logopäden, Psychotherapeuten usw., werden Familien dann weiterverwiesen.