Erstellt am 11. Oktober 2016, 07:05

Jürgen Vogl: Technisch begabter Humor-Referent. Bevor Jürgen Vogl in die Kabarettszene eintrat, absolvierte er ein Studium an der Technischen Universität Wien.

Jürgen Vogl ist gelernter Techniker, verdient sein Geld aber seit knapp 20 Jahren als Kabarettist. Außerdem ist er Inhaber einer Werbe-Agentur.  |  Felicitas Matern, Felicitas Matern

„Ich glaub’, das ist ein ziemliches Novum in der österreichischen Kabarettszene, ja“, sagt Jürgen Vogl. Vermutlich ist er der Einzige in Österreichs Kleinkunstszene, der mit einem Abschluss der Technischen Universität Wien auf der Bühne steht. Und obwohl der Beruf des Technikers an sich für Außenstehende ja durchaus einiges an Komik zu bieten hat, beschäftigt er sich in seinem aktuellen Programm mit etwas ganz anderem. Doch dazu später mehr.

Im Beruf "Stoff" für die Bühne gesammelt

Während des Studiums schon hat der gebürtige Eichgrabner, der aktuell mit seiner Familie in Maria Anzbach lebt, Comics gezeichnet und irgendwann begonnen, an seinem ersten Programm zu arbeiten. „Letzter Auftritt“, so der Titel, mit dem er 1998, also ein Jahr nach der Premiere, den „Bielefelder Kabarettpreis“ gewann. „Eine Zeit lang habe ich dann einen normalen Beruf ausgeübt und als Berater Ökologie-Konzepte für Gemeinden erstellt. Das hat mir für meine Kabarett-Programme sehr geholfen, weil ich da viel gesehen habe, was ich auf der Bühne verwenden konnte“, lacht er. Mit maßgeschneiderten Kabarett-Programmen für Firmen kann und konnte sich der 46-Jährige dann relativ schnell auch finanziell über Wasser halten.

Als „Humor-Referent“ trat er in Österreich, Deutschland und der Schweiz auf. Gastspiele im berühmten Quatsch-Comedy-Club, unter anderem in Berlin, Hamburg und Düsseldorf festigten seinen Ruf im Nachbarland. „Da bin ich fast bekannter als in Österreich.“ Ein Umstand, der sich eventuell bald ändern wird.

Vergangene Woche feierte Vogl mit seinem Kabarett-Kollegen Christoph Fälbl die Premiere ihres ersten gemeinsamen Programms „So oder so“.

Vor vollem Haus, mit begeistertem Publikum: „Die Leute waren natürlich schon überrascht, weil sehr absurd ist, was wir tun.“ Auf der Bühne lassen die beiden unter anderem Hans Moser mit Darth Vader debattieren oder die Witwe von Gott mit der Gattin des Teufels. „Aber die Resonanz bislang ist positiv.“

Nächster Niederösterreich-Termin: Am 22. Oktober spielen Fälbl und Vogl „So oder so“ im Wilheringerhof in Klosterneuburg.