Erstellt am 20. Juli 2016, 07:46

von Verena Randolf

Karl Ferdinand Kratzl: Erfolgreich ohne „Beruf“. Seine Paraderolle war Santa Claus in der Kult-Serie ‚MA 2412‘. Bis 6. August ist Karl Ferdinand Kratzl in Stockerau in „Der Diener zweier Herren“ zu sehen.

„Ganz berühmt möchte ich ja nicht sein“, sagt Schauspieler Karl Ferdinand Kratzl, der einem breiten Publikum als Weihnachtsmann der Kult-Serie „MA 2412“ in Erinnerung ist.  |  NÖN, Stephan Mussil

„Wissen Sie“, sagt Schauspieler Karl Ferdinand Kratzl, „ ich mache eigentlich nie Urlaub. Was daran liegt, dass ich auch nicht arbeite.“ Der 62-Jährige lacht.

Aufgewachsen ist der Kabarettist in Klosterneuburg: „Bei Ringelnattern und Kaulquappen“, scherzt er. „Die Au hat mich als Kind sehr geprägt – wie wir bei Hochwassereinsätzen Rehe gerettet haben zum Beispiel. Diese Verbundenheit zur Natur spüre ich heute noch.“

Dichten, Malen und Schauspielern sind Leidenschaften

Beruf, erklärt Kratzl, habe er jedenfalls keinen, genauso wenig wie eine Berufung. Nur viele Leidenschaften: Dichten, Malen, Schauspielern. Um nur einige zu nennen. „Und ich habe das Glück, dass bei mir sogar das ‚Nichtstun‘ oft Früchte trägt.“

Viel Zeit für Müßiggang hat der Künstler in den Sommermonaten allerdings nicht: Die Stockerauer Bühnenfassung des Goldini-Klassikers „Der Diener zweier Herren“, die bis 6. August zu sehen ist, schrieb er gemeinsam mit Intendant Zeno Stanek. Und in Ferdinand Raimunds „Der Diamant des Geisterkönigs“, das ab Donnerstag in Gutenstein zu sehen ist, spielt er den Geisterkönig.

Proben in Stockerau laufen gut

Die Proben laufen gut, erzählt er: „Diese seelischen Wahrheiten, die Raimund zur Biedermeierzeit geschrieben hat, sind tiefe, auch psychoanalytisch wahre Dinge.“

Apropos wahr: „Ich werde nach wie vor oft auf meine Rolle in ‚MA 2412‘ angesprochen, ja“, meint der gebürtige Wiener zu seiner Paraderolle als Santa Claus in der Kult-Serie mit Alfred Dorfer und Roland Düringer. „Die meisten wissen nur nicht, dass das halt keine Rolle war. Ich bin nämlich wirklich der Weihnachtsmann... Sie können sich gerne was wünschen!“