Erstellt am 30. August 2016, 05:26

Dürfen Schüler mit ihren Lehrern per Du sein?. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert mit und stimmt ab!

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PRO:
Luzia Thumser, Obfrau des NÖ Montessorivereins

Ich bin von meinen Schülerinnen und Schülern immer mit meinem Vornamen angesprochen worden. Für mich ist ein gegenseitiger wertschätzender und respektvoller Umgang das Wichtigste in der Kommunikation. Wenn man die Rolle als Lehrer verantwortungsvoll wahrnimmt und durch seine Persönlichkeit wirkt und parallel dazu den Kindern eindeutige Richtlinien vorgibt, ist die Rollenzuteilung auch klar definiert. Dadurch kommt es nicht zu Autoritätsproblemen und die Hierarchieebenen werden automatisch von beiden Seiten eingehalten. So sehe ich keinerlei Probleme, mit Kindern in dieser freundschaftlichen Art umzugehen und auch bewusst so zu kommunizieren. Für mich als Lehrperson ist es immer wichtig, Nähe mit einer positiven Distanz zu leben.

 

Helmut Ertl, Vorsitzender der NÖ Landeslehrer  |  NOEN, zVg

 

KONTRA:
Helmut Ertl, Vorsitzender der NÖ Landeslehrer

Grundsätzlich sehe ich das vertrauliche Du im Kindesalter als unproblematisch an, die förmliche Anrede muss zu diesem Zeitpunkt nicht erzwungen werden. Doch die körperliche Distanz, die entsteht, sobald Kinder aus der Volksschule in die Sekundarstufe wechseln, sollte sich auch sprachlich widerspiegeln. Darum bin ich der Meinung, dass die Sie-Form ab dem zehnten Lebensjahr der Schüler die angemessene Form der Anrede zwischen Lehrern und Schülern ist. In diesem Alter kann das lockere Du-Wort zu Problemen führen, da Lehrer dadurch eher als Kumpel wahrgenommen werden und Akzeptanz sowie Distanz möglicherweise verloren gehen. Die förmliche Ansprache steht für eine gewisse Wertschätzung und zeigt, dass Autoritätspersonen als solche anerkannt werden.

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