Erstellt am 05. Dezember 2017, 02:09

von NÖN Redaktion

Ist die Rückkehr zu Noten in der Volksschule sinnvoll?. Wie denkt ihr darüber? Macht mit und stimmt ab!

Symbolbild  |  Ernst Weingartner

PRO: Jörg Spenger, Bildungswissenschaftler an der PH NÖ und Uni Wien

Jörg Spenger  |  privat

Die Notenvergabe mit den Ziffern 1 bis 5 hat in der Volksschule zweifellos ihre Berechtigung. Die alternative Leistungsbeurteilung hat nämlich durchaus Nachteile: hoher Zeitaufwand, für Eltern und Schüler aber oft schwer zu verstehen – besonders, wenn sie Deutsch nicht gut beherrschen. Nicht selten endet Verbalbeurteilung, zum Beispiel, schematisch oder als „pseudopsychologisches Gutachten“, das mehr treffen kann als Noten.

Diese hingegen zeigen als prägnante Kurzform, wo Kinder stehen und bereiten sie – verantwortungsvoll gegeben – gut auf die weiterführende Schule vor. Entscheidend ist ohnehin, was die Kinder am Ende können. Für mehr Fairness und weniger Druck auf Lehrkräfte beim Schulwechsel nach der vierten Klasse empfehle ich zentrale Tests.

KONTRA: Hermann Himmelbauer, Obmann der elterngeführten Montessorischule Galemo in Klosterneuburg

Hermann Himmelbauer  |  privat

Eine Rückkehr zu Noten im öffentlichen System ist ein Rückschritt. Ein Grundproblem unseres staatlichen Bildungssystems besteht darin, dass es dem Schüler nicht widerspiegelt, was ist, sondern, was sein soll: Nicht die Frage „wo stehe ich“ ist im Vordergrund, sondern „wo sollst du stehen“. Damit wird Lernen als menschliches Grundbedürfnis zum Imperativ, zur Pflicht, Entwicklung zu „Bildung“, also dem Einpassen in ein vorgezeichnetes Bild.

Noten sind Ausdruck dieser Systematik, Mittel zum Zweck. Dabei könnte „Schule“ ganz anders aussehen – das dachte sich Maria Montessori bereits vor 100 Jahren, das denken wir uns in unserer Schule. Anstatt Noten gibt es bei uns transparente Darstellung des Lernfortschritts: Damit das Kind weiß, wo es auf seinem Weg steht.

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