Erstellt am 13. Februar 2018, 02:06

von NÖN Redaktion

Pflicht-Gesundheitschecks für Autolenker ab 60?.

Symbolbild  |  Toa55/Shutterstock.com

PRO: Peter Jonas, Geschäftsführer Institut Gute Fahrt

Peter Jonas  |  Peter Jonas

Es stimmt, die Gruppe der Senioren verursacht scheinbar nicht mehr Unfälle als der Durchschnitt. Das wird gerne als Argument gegen Gesundheitschecks angeführt, aber die Zahlen täuschen. Wer die Kilometerleistung der beiden Gruppen mit ihrer Unfallhäufigkeit vergleicht, sieht sofort, dass es sich bei Lenkern ab einem Alter von 75 Jahren um eine Hochrisikogruppe handelt, von der so viel Gefahr ausgeht wie von Fahranfängern.

Die Art der Unfälle ist jedoch anders: Hier geht es um Koordinations- und Konzentrationsmängel, die manchmal auch krankheitsbedingt sind. Nach einem negativen Check beim Amtsarzt muss aber der Führerschein nicht gleich ganz weg sein, die Einschränkung auf das Ortsgebiet wäre beispielsweise ein Kompromiss.

KONTRA: Andreas Pazourek, Leiter ÖAMTC-Programm „Mobil sein, Mobil bleiben“

Andreas Pazourek  |  ÖAMTC/Christian Postl

Die individuelle Mobilität von Senioren sichert vor allem im ländlichen Raum die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Der ÖAMTC ist gegen verpflichtende Gesundheitschecks, appelliert an die Eigenverantwortung der Autofahrer und empfiehlt, alle drei Jahre ein Fahrtraining auf freiwilliger Basis zu absolvieren. Um die Mobilität bis ins hohe Alter zu fördern, hat der Club kompetenzfördernde Maßnahmen entwickelt und setzt auf Beratung sowie Trainings wie das Programm „Mobil sein – Mobil bleiben“.

Neben einem freiwilligen Reaktions- und Konzentrationstest werden auch theoretisch wie praktisch wichtige Informationen rund um sicheres Autofahren, erkennen und vermeiden von Gefahrensituationen und der Einsatz von modernen Assistenzsystemen vermittelt.

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