Erstellt am 13. März 2018, 02:45

von NÖN Redaktion

Soll NÖ die 30-Stunden-Arbeitswoche einführen?.

Symbolbild  |  DGLimages/Shutterstock.com

PRO: Horst Pammer, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida NÖ, Vizepräsident der AKNÖ

Horst Pammer  |  vida

Individuelle Formen von Arbeitszeitverkürzung, also mehr Freizeit, weniger Wochenstunden usw. sind das Gebot der Stunde. Durch die Digitalisierung der Arbeit verschwinden teilweise Arbeitsplätze. In vielen Branchen nehmen die Aufgabenfülle, die Geschwindigkeit und die Belastungen gleichzeitig aber zu: Die E-Mail-Flut wächst, mehr Überstunden und Flexibilität werden für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu alltäglichen Anforderungen.

Eine 60-Stundenwoche wäre da nur kontraproduktiv. Denn mit zunehmender Belastung steigt das Erkrankungs- und Unfallrisiko. Die präventive Zukunftsformel lautet deshalb, Neuverteilung von Arbeit plus Arbeitszeitverkürzung. Die Folge sind mehr gesunde Arbeitsplätze und weniger Arbeitslose.

KONTRA: Martin Egger, Leiter der Abteilung Sozialpolitik WKNÖ

Martin Egger  |  WKNÖ

Die große Anzahl der Berichte über die Ankündigung einer Firma, die vorhat, ab Oktober 2018 die Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche verkürzen zu wollen, zeigt: Der Werbeeffekt hat jedenfalls geklappt. Ob dieses Modell für einzelne Unternehmen wirklich geeignet ist, muss jeder Betrieb individuell für sich entscheiden.

Allgemein geht eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn jedoch in die falsche Richtung. Die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sinkt dadurch. Der Druck für die Beschäftigten, in kürzerer Zeit mehr Leistung bringen zu müssen, steigt. Menschen zu beschäftigen, also der so genannte Faktor Arbeit, wird für die Unternehmen nur noch teurer – womit letztlich wieder steigende Arbeitslosigkeit droht.

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