Erstellt am 03. Februar 2016, 05:58

von Thomas Jorda

Gegen Klischees. Aus Anlass einer großen Ausstellung wird Schloss Niederweiden aus dem Dämmerschlaf geholt.

Fesch bis ins hohe Alter: der Kaiser um 1910.  |  NOEN, M. Haller

Schönbrunn ist das Zentrum der Schau zum hundertsten Todestag jenes Mannes, der 68 Jahre lang die Monarchie regiert und ein ganzes Jahrhundert geprägt hat – Kaiser Franz Joseph I. Immerhin ist er in Schönbrunn geboren (am 18. August 1830) und gestorben (am 21. November 1916). Auch wenn sein Nachfolger Karl noch zwei Jahre regieren konnte, mit dem Tod des alten Herrn in Schönbrunn ging ein Weltreich zugrunde.

Kurator der Schau ist der Habsburg-Fachmann Karl Vocelka. Und der verspricht: „Die Ausstellung wird ein ausgewogenes Bild Franz Josephs vermitteln, dessen öffentliche Wahrnehmung durch Mythen und Klischees geprägt war und vielfach heute noch ist. Ein kritischer Umgang mit seiner Person und seiner Politik soll neue Perspektiven zeigen.“

Franz Joseph und die Jagd

Die Schau, die von 16. März bis 27. November zu sehen sein wird, greift auf Niederösterreich aus, nämlich auf das östlich der Bundeshauptstadt gelegene, von Fischer von Erlach errichtete barocke Jagdschloss Niederweiden. Mit der original eingerichteten Wildküche findet das Thema „Franz Joseph und die Jagd“ wohl einen idealen Ausstellungsort.