Erstellt am 07. Januar 2016, 14:46

von Wolfgang Zarl

22.500 waren als Sternsinger unterwegs. In der Diözese St. Pölten waren wieder 12.500 Kinder und Jugendliche in 422 Pfarren unterwegs, NÖ-weit 22.500. Sie sammelten für 500 Hilfsprojekte in Asien, Afrika und Lateinamerika und brachten Segenswünsche in die Haushalte.

Die Sternsinger können jetzt relaxen - sie waren großartig: Hier die Sternsinger der Pfarre Krems-St. Paul bei der Feuerwehr.  |  NOEN, Wolfgang Zarl/Diözese St. Pölten
„Die Sternsinger aus der Diözese St. Pölten haben vielfach schon rückgemeldet, dass sie wieder ein tolles Ergebnis (und viele Süßigkeiten) ersungen haben", berichtet Thomas Banasik, Sternsinger-Verantwortlicher der Katholischen Jungschar der Diözese St. Pölten.

Am Dreikönigstag versammelten sich Tausende in den Kirchen und feierten mit ihren Pfarrgemeinden. Was Banasik besonders freut: "Sämtliche Pfarren des Landes konnten wieder genug junge Leute zum Sternsingen bewegen, die Kinder und Jugendlichen tun das mit einer Riesenfreunde: Trotz Kälte, trotz der Mühen." Und sie wissen: "Sternsingen hilft den Ärmsten und das ist ein Grundauftrag des Christentums."


 


22.500 Kinder ab sofort als Sternsinger unterwegs

Die Kinder und Jugendlichen treten ab sofort ihren Dienst an: Sie bringen Segenswünsche in die Haushalte und sammeln für Menschen, die weniger haben.

x  |  NOEN, Wolfgang Zarl


85.000 Sternsingerinnen und Sternsinger bringen Segenswünsche für das neue Jahr und bitten um eine Spende für jene, denen ein Weihnachtsfest in Frieden, Wohlstand und Sicherheit verwehrt bleibt. Niederösterreichweit sammelten die Sternsinger im letzten Jahr 2.936.948,23 Euro, in der Diözese St. Pölten waren es 1.461.703,93. Das Topergebnis erzielte übrigens schon wieder die Pfarre Ybbsitz. 22.500 Kinder werden in ganz Niederösterreich unterwegs sein, in der Diözese St. Pölten 12.500. 

Anwälte der Armen und Notleidenden

Papst Franziskus hat „seinen Sternsingerinnen und Sternsinger“ einen besonderen „Titel“ verliehen: Für ihn sind sie „Anwälte der Armen und Notleidenden“. Das Geld, das in den Sternsingerkassen landet, verhilft nämlich Jahr für Jahr einer Million Menschen in den Armutsregionen der Welt zu einem besseren Leben. 

Hilfe zur Selbsthilfe – am Beispiel Nordost-Indien

 In den Entwicklungsländern leiden Menschen an Hunger, schlechter Gesundheitsversorgung und fehlender Schulbildung. Menschenrechte werden verletzt. Die Betroffenen wissen schon, wie sie sich selbst am besten helfen können. Aber oft fehlen ihnen die Mittel. Durch Sternsingerspenden haben sie die Möglichkeit, ihre Pläne auch umzusetzen - in rund 500 Sternsinger-Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.
 
In 20 Entwicklungsländern kommen die Spenden zum Einsatz. Eines davon ist Indien. Über eine Milliarde Menschen leben auf dem Subkontinent. Es ist damit der Staat mit der zweitgrößten Bevölkerung dieser Welt. Indien ist kein Entwicklungsland – aber ein Land der krassen Gegensätze. Obwohl sich Indien in den letzten Jahren mit rasantem Tempo zur Wirtschaftsmacht hochkatapultiert hat, bleiben hunderte Millionen von der Entwicklung ausgeschlossen. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist gewaltig. Immer noch leben über 40 Prozent der Menschen mit weniger als einem Euro pro Tag in bitterster Armut. Auch im abgeschiedenen Nord-Osten des Landes ist sie allgegenwärtig.
 
In Nordost-Indien haben gewalttätige Konflikte zwischen Volksgruppen fatale Folgen: Schulen, Spitäler und Häuser sind zerstört. Es fehlt an Nahrung und medizinischer Versorgung. Leidtragende sind besonders die Kinder. Die Schulen sind in sehr schlechtem Zustand, es gibt nicht genügend Lehrer/innen. Nur 15 % der Frauen und 35 % der Männer können lesen und schreiben. Viele und vor allem junge Menschen finden keine Arbeit und haben kein Einkommen.
 
Die Partnerorganisationen der Dreikönigsaktion stehen den Menschen vor Ort zur Seite. Ihre Unterstützung setzt dort an, wo es die Menschen am dringendsten benötigen: Schulbesuch ermöglichen, Ernährung verbessern, Gesundheit sichern und Einkommen schaffen. Das sind die vier Säulen, die sicherstellen, dass die Menschen ihre Zukunft in die eigenen Hände nehmen können.   

Sternsingen: Spende in guten Händen

 Die Dreikönigsaktion, das Hilfswerk der Katholischen Jungschar, sorgt für den kompetenten Einsatz der Spendengelder. Die Finanzen werden jährlich von unabhängigen Wirtschaftsprüfer/innen kontrolliert. Das „Spendengütesiegel“ garantiert Transparenz und objektive Sicherheit bei der Spendenabwicklung. Alle Sternsingergruppen führen einen Ausweis mit sich. So lässt sich leicht erkennen, dass sie im Auftrag der Katholischen Jungschar unterwegs sind.

Flüchtlinge schneidern Gewänder

  Flüchtlinge aus Afghanistan schneiderten fleißig mit, damit die Sternsinger der Pfarre Langenhart (Gemeinde St. Valentin, Bezirk Amstetten) wieder ein optimales Outfit haben. Abbas, Hashem und Meyasam unterstützten die Damen der Pfarre. Die neuen Gewänder wurden notwendig, weil es in der Pfarre mit der Sternsingeraktion in den letzten Jahren wieder steil bergauf ging.
 
„Die jungen Asylwerber im Alter von 18 bis 20 Jahren seien nach ihrer Arbeit wie ausgewechselt gewesen“, berichtet Monika Höller, die diese Initiative vermittelt. Die jungen Asylwerber seien froh gewesen, gemeinsam mit zehn St. Valentiner Damen und dem Modeatelier Unikat aus St. Valentin etwas Sinnvolles zu tun und es habe ihnen großen Spaß gemacht zu helfen. Als Muslime haben sie den Brauch des Sternsingens noch nicht gekannt, aber die beliebte Tradition wurde ihnen erklärt. Die Schneiderei erlernten die jungen Männer in Afghanistan, wo sie in einer Fabrik gearbeitet haben.Die gesamten Materialkosten (Stoffe, Nähseide, Borten) wurden von einem Sponsor übernommen.