Erstellt am 19. April 2016, 06:54

von Ewald Baringer

Reise durch die Träume. Mit ihrer „Landpartie“ will Prinzipalin Andrea Eckert zum Start ihrer Intendanz die Raimundspiele Gutenstein zum Funkeln bringen – und übernimmt die Rolle der Hoffnung.

Raimunds Magie soll funkeln: Andrea Eckert will Flair erzeugen.  |  NOEN, Karl Denk

Da gab sogar Heinrich Kraus, 93-jähriger Nestor und Präsident der Raimundgesellschaft, seinen Segen, als Prinzipalin Andrea Eckert ihr Konzept für eine neue Ära der Raimundspiele Gutenstein präsentierte. Am 21. Juli geht der Vorhang auf, und „Der Diamant des Geisterkönigs“ soll funkeln auf einer poesievollen „Reise durch Raimunds Träume“.

Mit ihrer „Landpartie“, wie sie ihr künstlerisches Team nennt, will sich Eckert um das besondere Flair des Festspielorts bemühen. Der Genius loci soll nicht nur durch das von Edgar Tezak mit figuraler Malerei versehene Zelt und die Einbeziehung des mit Skulpturen und Lichteffekten gestalteten Schlossparks erweckt werden. Von der jungen Regisseurin Cornelia Rainer verspricht sich Eckert einen spezifischen Zugang, der eine zeitlose Brücke zur Raimund’schen Zauberwelt mit all ihren Widersprüchen baut und letztlich bei der menschlichen Eigenverantwortung ankommt.

Im Feen- und Geisterreich auf der Bühne tummeln sich unter anderem Matthias Mamedof (Florian), Alexander Meile, Christoph Moosbrugger und Lisa Weidenmüller, Karl Ferdinand Kratzl gibt den Geisterkönig, Eckert selbst verkörpert die Hoffnung – eine augenscheinlich symbolkräftige Rolle.

Für die Musik wurde das Duo „klezmer reloaded“ engagiert. Das Bühnenbild entwirft Georg Resetschnig, für die Kostüme zeichnet Nina Ball verantwortlich.

Eintritt ins Land der Fantasie

Ob man mit Kunst allein heute noch Menschen in entlegene Gegenden locken könne? Man kann, ist die Intendantin überzeugt: „Wenn man der Kunst einige ungewöhnliche Attraktionen hinzufügt.“ Und das schon vor Vorstellungsbeginn, indem etwa Raimund’sche Geisterwesen den Park bevölkern, Kunststücke und Zaubertricks vorführen.

Den „Eintritt in das Land der Fantasie“ will Eckert dem Publikum jedenfalls mit allen Sinnen schmackhaft machen, durchaus auch kulinarisch – mit Picknickkörben und einem ansprechenden Gastronomiebereich. Auch nach der Aufführung soll es möglich sein, den Abend bei einem Imbiss im Park ausklingen zu lassen.

Eckert hofft, dass die Auslastungszahlen ansteigen und „wir 2017 wieder wertgeschätztes Mitglied des Theaterfestes Niederösterreich werden“. Mit Bürgermeister Michael Kreuzer wird bestes Einvernehmen demonstriert. Der Vertrag mit Eckerts Vorgängerin Isabella Gregor war ja nach offenbar erheblichen Differenzen nicht verlängert worden.