Erstellt am 30. August 2016, 05:55

von Thomas Jorda

Die Schüler von Ossi Oberhuber. 85 Jahre ist Oswald Oberhuber alt. Von ihm war in Niederösterreich noch wenig zu sehen. Das ändert sich jetzt.

Ein Künstler mit unendlicher Phantasie: Oswald Oberhuber, Papierskulptur, 2000.  |  NOEN, DOK NÖ

Er war in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts einer der wichtigsten Künstler Österreichs. Der Südtiroler hatte sich erst mit der Bildhauerei beschäftigt, ehe sich ihm die gesamte Kunst erschloss. 1972 war er Österreichs Vertreter auf der Biennale von Venedig.

1977 nahm er an der documenta 6 und 1982 an der documenta 7 teil. Da war er längst Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Viele Schülerinnen und Schüler besuchten seine Meisterklasse. Und einer von ihnen hatte eine zündende Idee. Leopold Kogler, Leiter des Dokumentationszentrums für Moderne Kunst in St. Pölten (und Präsident des Landesverbandes der NÖ Kunstvereine), beschloss, seinen Lehrer zu dessen 85. Geburtstag nach Niederösterreich zu holen, wo der bisher nur sehr selten zu sehen war. Und er wollte wichtige Arbeiten des Meisters Werken seiner niederösterreichischen Schüler gegenüberstellen, „die bei ihm das Diplom und später dann Karriere gemacht haben“.

Fast wie ein Klassentreffen

Konkret lud er Franz Graf, Gerhard Kaiser, Brigitte Kowanz, Rudolf Leitner-Gründ- berg und Helmut Rainer ein und ergänzte deren Arbeiten mit eigenen. Einen Korb, sagt Kogler, habe er nie bekommen: „Ganz im Gegenteil, die Kollegen haben gemeint, das sei eine tolle Idee, fast wie ein Klassentreffen.“ Schließlich sei die Schau auch ein Dankeschön an den Mann, von dem man so viel gelernt habe, sagt Kogler.

„Er hat uns die permanente Veränderung gelehrt und abgelehnt, immer nur nach einer Idee zu arbeiten.“ Der mit großer Kunst verbunden persönliche Bezug zeigt sich auch im Titel der Schau: „Ossi und die Niederösterreicher“, denn: „Wir haben ihn immer Ossi genannt.“

Zu sehen von 3. September bis 2. Oktober. www.noedok.at