Erstellt am 26. April 2016, 05:44

von Thomas Jorda

Vom Quell an bis hin zum Ende. Leopold Kogler und Erwin Wurm sind die Helden der letzten Kunstausstellung im Landesmuseum in St. Pölten.

Leopold Kogler (links), seit seiner Geburt im Mostviertel zu Hause. Erwin Wurm (rechts): Der Steirer ist seit 2002 im Waldviertel daheim.  |  NOEN

Ein paar Wochen noch, und das Landesmuseum in St. Pölten wird in ein Haus der Geschichte umgewandelt. Von beiden Flügeln des Ausstellungsbetriebs – Natur und Kunst – bleibt dann nur der erste erhalten.

Zum Abschied gleichsam präsentierte Carl Aigner, der bald scheidende künstlerische Leiter des Hauses, zwei unterschiedliche Künstler, die aber beide mit Niederösterreich verbunden sind.

Da ist einmal Leopold Kogler, 1952 im Mostviertel geboren, nicht nur Künstler, auch Kunsterzieher und hochrangiger Kunstvermittler, als Leiter des NÖ Dokumentationszentrums für Moderne Kunst in St. Pölten genauso wie als Mitarbeiter der NÖ Nachrichten.

Das Werk Koglers ist äußerst vielfältig, gezeigt wird bewusst eine Retrospektive, die er selbst „Quell“ nennt, und das im Gegensatz zu Erwin Wurms „Ende“, mit dem der wiederum das Ende der Kunst im Landesmuseum paraphrasiert.

Grenzen von Genres und Medien überschritten

Leopold Koglers Kunstbegriff war noch in den Siebzigerjahren bewusst offen, er überschritt die Grenzen von Genres und Medien.

Paul Feyerabends „Any thing goes“ wurde für ihn prägend, ehe er schließlich zu einer Malerei fand, in der die Natur, die Landschaft, die Wahrnehmung immer wichtigere Rollen spielten.

Und dann Erwin Wurm, 1954 in der Steiermark geboren und in Limberg bei Maissau wohnhaft, hat wie kaum ein anderer Künstler seiner Zeit die Idee der Skulptur so radikal gedacht und weiterentwickelt wie er. Viele finden witzig, was er macht, unterstellen seinen Arbeiten Humor – er selbst betont den beinahe gnadenlosen Zynismus seiner Arbeiten, etwa den One Minute Sculptures‚ auf Fotografien gebannte Skulpturen auf Zeit, die Handlung wie Zeitläufe abbilden, immer wieder mit bewusst politischer Implikation.

Jeweils bis 31. Juli 
www.landesmuseum.net