Erstellt am 11. April 2017, 01:41

von Thomas Jorda

Erwin Pröll "Ich habe alles umgesetzt!“. Landeshauptmann Erwin Pröll, 25 Jahre für Kunst und Kultur im Land zuständig, zog nun positive Bilanz. Er habe das Land auf Augenhöhe mit dem Bund und mit Wien gebracht.

Erwin Pröll: „Ich bin stolz auf meine Arbeit.“  |  NLK/Burchhart

Amtsmüde schaut anders aus. In einem seiner letzten offiziellen Auftritte zieht Erwin Pröll eine Bilanz seiner Leistungen in Sachen Kunst und Kultur. Nicht nostalgisch, nicht wehmutsvoll.

Er sei stolz auf seine politische Tätigkeit. Und er sei glücklich. „Ich habe die große Gnade zu erleben, dass in meiner Amtszeit alles umgesetzt wurde, wofür ich gekämpft und gearbeitet habe. Angesichts der Halbwertszeit der meisten Politiker: Wer kann das von sich sagen?“

„Hanni, das ist was Schönes!“
So mache Erwin Pröll seiner Nachfolgerin Johanna Mikl-Leitner die Übernahme des Kulturressorts schmackhaft.

Aus einem Land im Schatten Wiens und des Eisernen Vorhangs habe sich in den 25 Jahren, in denen er als Landeshauptmann tätig war, eine Region auf Augenhöhe mit dem Bund und der Bundeshauptstadt entwickelt, sagt Pröll. „Das war mir schon als Student wichtig, als ich erlebt habe, wie Niederösterreich in Wien als hinterwäldlerisch gegolten hat.“

Die kulturpolitischen Erfolge wüssten auch viele Menschen hier im Land zu schätzen. „88 Prozent alle Niederösterreicher bezeichnen ihre Heimat ausdrücklich als Kulturland.“

Dazu hätten auch die vielen bedeutenden Künstler, die sich hier angesiedelt haben, wichtige Beiträge geleistet. „Die Meisten sind stolz darauf, dass Künstler wie Hermann Nitsch bei uns leben, auch wenn längst nicht alle seine Kunst schätzen.“ Deshalb habe er beim Landespar- teitag auch deutlich gesagt: „Ich habe euch oft viel zugemutet, aber es hat sich ausgezahlt, ein weltoffenes Klima zu schaffen.“

Im Blick zurück gäbe es natürlich unzählige Projekte zu nennen, ihm sei aber wichtiger festzuhalten, dass es ihm gelungen sei, in Niederösterreich das Kulturbewusstsein als Trägerrakete des Selbstbewusstseins zu starten. „Das war auch notwendig, denn bei meinem Amtsantritt gab es viele kulturpolitische und wissenschaftspolitische weiße Flecken.“ Das sei kein Vorwurf an seine Vorgänger („Die hatten andere Sorgen“), erkläre aber die Notwendigkeit vieler Investitionen. „In meiner Zeit haben wir 360 Millionen Euro in siebzig Objekte gesteckt und 25.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche geschaffen, fünfzehn Landesausstellungen veranstaltet, das Kulturbudget ist von 37 Millionen Euro 1992 auf 130 Millionen 2016 gestiegen.“

Besonders wichtig sei gewesen, „dass wir der Sogwirkung der Landeshauptstadt starke regionale Kulturinitiativen entgegensetzen konnten und das Kulturmanagement zwischen öffentlicher Verwaltung und Privatwirtschaft platziert haben. Fünfzehn Jahre danach kommt jetzt auch der Bund drauf, dass diese Lösung die beste ist“.

Das wird Erwin Pröll noch in der Pension Freude machen.