Erstellt am 19. April 2017, 01:26

von Michaela Fleck-Regenfelder

Bücher und andere Tiere. In die Welt der Buchstaben und der Alphabete begibt sich die Frühjahrsschau in Niederösterreichs Landesbibliothek. Und wird dabei auch ganz schön tierisch.

Ein Buchstabenzoo im Lesesaal: eines der zum Mitmachraum umfunktionierten Studierkammerln in der St. Pöltner Landesbibliothek.   |  Marschik

Das a hat einen dicken Bauch. Das f hat einen langen Hals und eine runde Nase. Das griechische lambda hat einen spitzen Schnabel. Das arabische Ta hat einen gewundenen Körper, wie eine Klapperschlange. Und alle haben sie kleine, freche Augen, die einem fröhlich zuzwinkern.

„Die Viecherei ist von mir“, sagt Renate Stockreiter. Und hat sich, nach den Bildern zur Kataster-Ausstellung im Winter, für die Frühjahrsschau der Landesbibliothek in den Buchstaben-Zoo begeben. „Buchstäblich anders“ nennt sich die von der Initiative Zeit Punkt Lesen gestaltete Ausstellung, die ursprünglich aus der Jugendbibliothek in München kommt und seit 2012 durch ganz Europa tourt.

"Das war uns ganz wichtig"

In St. Pölten hat man zu den 80 „ausgefallenen Alphabet-Büchern aus aller Welt“, so auch der Untertitel, mit Tigern, Bienen, Affen, noch das dazugesellt, „was die Landesbibliothek an Schätzen hat“. Zwei bis drei Bücherwagen waren das, die der Bibliotheksdirektor ausgesucht hat. Und die Kuratorinnen nochmals ausgewählt haben. Historische „Kribbel-Krabbel“-Bücher etwa aus 1950, die in der Vitrine liegen.

Kleine, handliche Wörterbücher mit „ganz kuriosen“ Sprachen wie Cornisch, Aztekisch oder Bollywood-Hindi, die ein ganzes Regalfach füllen. Oder Handbücher zur Blindenschrift, die in einer der „Mitmach“-Laden mit einem hölzernen Alphabet gleich ausprobiert werden können.

„Das war uns ganz wichtig, dass es auch eine Mitmachausstellung ist“, stellt Nicole Malina-Urbanz von Zeit Punkt Lesen fest. Dazu hat man die vier Themenbereiche von den Buchstaben bis zur Bibliothek auch gleich mitten in die Regale des großen Lesesaales gepflanzt. Und will dort zum Weiterlesen anregen. Oder zum Schreiben, zum Malen, zum Fantasieren, wie in den beiden umfunktionierten Studierkammerln, mit einer mechanischen Schreibmaschine und jeder Menge gefährlich-fantastischen Buchstaben, vom Yak bis zum Vampiranha.

Zwischen all denen blinzeln auch Renate Stockreiters Buchstabenviecher fröhlichbunt um Regalecken, von Glaswänden und auf Malblöcken. Und warum sind das nur Kleinbuchstaben? „Weil die Großbuchstaben viel zu erwachsen sind!“

Bis 31. Mai, feiertags geschlossen, Eintritt frei. zeitpunktlesen.at