Erstellt am 09. März 2016, 06:04

von Thomas Jorda

Carnuntum und die Christenverfolgung. 303 startete Diokletian eine Christenverfolgung, die letzte und schlimmste im Römischen Reich.

Von den vier Kaisern 308 in Carnuntum gestiftete Mithrasaltar.  |  NOEN, WS

Neue Herrschaftsform. Das Römische Reich litt im dritten Jahrhundert unter Krisen, die ein Herrscher allein nicht bewältigen konnte. Kaiser Diokletian installierte deshalb einneues Regierungssystem, dieTetrarchie (Viererherrschaft). Zwei Kaiser (Augusti) und deren Nachfolger (Caesares) herrschten über eigene Gebiete, Gesetze beschlossen sie gemeinsam.

Verfolgung. 303 startete Diokletian eine Christenverfolgung, die letzte und schlimmste im Römischen Reich. Er musste aber bald einsehen, dass er sich nicht durchsetzen konnte, und zog sich am 1. Mai 305 von seinem Amt zurück – als erster und einziger römische Kaiser. Doch bald schon musste er wegen der Konflikte innerhalb der Tetrarchie eingreifen und berief am 11. November 308 in Carnuntum die Kaiserkonferenz ein, um die Machtfragen zu regeln.

Zwei Edikte. Galerius, Augustus im Osten, zog rasch die Lehre aus der Sinnlosigkeit der Christenverfolgung und erließ am 30. April 311 das Toleranzedikt von Nikomedia. Zwei Jahre später tat es ihm Konstantin, der Augustus im Westen, nach und erließ 313 die Mailänder Vereinbarung: Den Christen wurden endgültig alle Rechte und Freiheiten eingeräumt. 

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