Erstellt am 14. Oktober 2015, 15:50

von Thomas Jorda

"Den Glanz erhöhen". Die Planung für das neue Museum in Krems läuft. Architekt Bernhard Marte ist von seinem Projekt überzeugt. Das wichtigste Projekt des Landes ist das neue Museum an der Kunstmeile Krems.

Bernhard Marte, Jahrgang 1966, bei der Präsentation des
Projektes der Galerie Niederösterreich in Krems.
Zur NÖN sagt er: „Als Architekt wünscht man sich, dass seine Arbeiten geliebt werden. In Krems wird das so sein, da bin ich überzeugt.“ Christian  Redtenbacher;  marte.marte
 |  NOEN, Christian Redtenbacher

Die „Galerie Niederösterreich“ wird im Frühjahr 2018 eröffnet werden, umfasst 5.600 Quadratmeter Nutz- und 3.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche – verteilt auf ein unterirdisches und drei oberirdische Geschoße. Die Gesamtkosten belaufen sich auf brutto 35 Millionen Euro.

Das Projekt ist eine gewaltige Intervention in den Kremser Stadtraum. Umso wichtiger ist die Qualität. Von der ist Bernhard Marte, der mit Bruder Stefan alles geplant hat, überzeugt: „Das Gebäude entsteht immer wieder vor dem geistigen Auge. Und es gefällt mir immer noch extrem. Es ist ein Projekt mit einer großen Herausforderung: In dieser städtebaulichen Umgebung haben wir die Pflicht, etwas Gescheites zu machen.“

Aus Aluminiumteilen geformte Schuppenhaut

Die Einreichung der Vorarlberger Architekten galt rasch als Favorit. Marte kennt die Ursache: „Bei uns hat nicht der Inhalt die Form bestimmt, sondern erst die städtebauliche Situation und dann die Funktion. Deshalb passt sich das Erdgeschoß deutlich an die Struktur an, die von der Stadt vorgegeben wird. Die oberen Geschoße drehen sich zur Donau und zur umgebenden Landschaft hin.“

Besonders auffallend wird die aus Aluminiumteilen geformte Schuppenhaut des Hauses sein. „Sie gibt den jeweiligen Lichteinfall und die Farbstimmung der Umgebung wieder, ohne zu glänzen oder gar zu blenden. Für uns war das Material auch deshalb wichtig, damit alle vier Seiten gleichermaßen bestehen bleiben und nicht zwei mehr verwittern als die anderen.“

Den manchmal gehörten Vorwurf, das Projekt störe das Weltkulturerbe, kann Bernhard Marte nicht teilen. „Im Gegenteil, das Haus wird den Glanz von Krems und Stein noch erhöhen. Aber natürlich sind Bedenken gegen Neues, noch dazu wenn es so pointierte Architektur ist, eine normale Reaktion. Frühestens nach zehn Jahren wird das von den Menschen geliebt.“