Erstellt am 18. August 2016, 05:05

von Thomas Jorda

Gerade noch dem Bann entkommen. Leopold V. nützte seinen Reichtum sinnvoll.

Leopold schenkt den Zisterziensern die Kreuzreliquie (1856).  |  NOEN, SBSH

Fromm. Sechstausend Eimer Silber hatte Leopold V. auf der Habenseite. Auf der Sollseite stand die Exkommunikation. Dabei war Leopold nach den Maßstäben seiner Zeit durchaus fromm. So hatte er dem von Leopold III. gegründeten Kloster im Wienerwald im Jahr 1188 jene bedeutende Kreuzreliquie geschenkt, die dem Stift Heiligenkreuz den Namen geben sollte.

Vorausschauend. Leopolds Reichtum war Gesprächsthema in ganz Europa. Er nützte das Lösegeld jedenfalls sinnvoll, baute die Mauern Wiens aus, gründete 1194 in Wien eine Münzprägeanstalt (heute: Münze Österreich), dazu noch die Städte Friedberg in der Steiermark und Wiener Neustadt (der Bau begann 1195 unter Leopold VI.)

Gestürzt. Die Exkommunikation wegen der Gefangennahme von Richard Löwenherz konnte Leopold nicht auf die leichte Schulter nehmen. Als er zu Weihnachten 1194 vom Pferd fiel und einen offenen Beinbruch erlitt, gelobte er, alle Forderungen zu erfüllen. Er starb wenige Tage später. Das Geld wurde zwar nie rückerstattet, doch der Bann aufgehoben. Leopold V. konnte im Kapitelsaal des Stiftes Heiligenkreuz bestattet werden.

Nächste Woche: Zwei Brüder.