Erstellt am 29. Juni 2016, 06:34

von Thomas Jorda

Zwei gute Partien für den Markgrafen. Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich, heirate!

Leopold III. im Babenbergerstammbaum von 1490.  |  Archiv

Heiraten. Bella gerant alii, tu felix Austria nube! Kriege mögen andere führen, du, glückliches Österreich, heirate! Im Fall des Markgrafen Leopold III. ein berechtigter Satz. Seine Ehen machten die Babenberger reicher und mächtiger.

Zwei Gattinnen. Leopold heiratete erst Adelheid aus dem hochfreien Geschlecht der Herren von Perg und Machland in Oberösterreich. Das mehrte seinen Besitz nördlich der Donau merklich. Ein Volltreffer aber war 1106 die Heirat mit Agnes von Waiblingen (1074 bis 1143). Die Tochter des Kaisers Heinrich IV. und Witwe des schwäbischen Herzogs Friedrich I. von Hohenstaufen war Stammmutter des mächtigen Geschlechts der Staufer, das von den Saliern abstammte.

Glückliche Ehe. Nach dem Tod des Gatten gab sie ihr Bruder, Kaiser Heinrich V., dem Markgrafen zur Frau, als Dank, weil jener ihn gegen den Vater unterstützt hatte. Diese Verbindung stellte die Babenberger in die erste Reihe der Reichsaristokratie – und scheint Leopold auch persönlich glücklich gemacht zu haben, hatte er doch mit Agnes siebzehn Kinder. Was ihn später – wegen des Vorwurfs übertriebener Zeugungsfreudigkeit – fast die Heiligsprechung gekostet hätte.

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