Erstellt am 02. März 2016, 04:09

von Thomas Jorda

Der große Kaiser in Carnuntum. Bronzefigur von Mark Aurel durch Verwechslung vor der Zerstörung gerettet.

Mark Aurel  |  NOEN, zVg

Glück gehabt. In Rom steht auf dem Platz vor dem Kapitol sein beeindruckendes Reiterstandbild aus dem Jahr 165 nach Christus. Und das nur zufällig, wurde seine Bronzefigur doch viele Jahrhunderte lang mit der von Konstantin dem Großen verwechselt. Das bewahrte Mark Aurel vor der Zerstörung durch übereifrige Christen, die in Rom alles zerdepperten, was heidnisch schien.

Der Philosophenkaiser. Mark Aurel wurde am 26. April 121 in Rom geboren und starb am 17. März 180 in Vindobona, dem heutigen Wien. Er war seit 161 römischer Kaiser und als Philosoph der letzte große Vertreter der stoischen Philosophie. Seine „Selbstbetrachtungen“ entstanden am Ende seines Lebens zu großen Teilen in Carnuntum und anderen Feldlagern während des Feldzuges gegen die Markomannen – und zählen zur Weltliteratur. Die im Dialog mit sich selbst entfalteten Lebensweisheiten haben Menschen bis heute beeindruckt und geformt, darunter den deutschen Altbundeskanzler Helmut Schmidt.

Filmstar. Marc Aurel hinterließ Spuren sogar in Hollywood. Im Streifen „Der Gladiator“ wird er von seinem Sohn und Nachfolger Commodus in Carnuntum ermordet. Was falsch ist, denn der Kaiser starb zwar beim Feldzug, den er gemeinsam mit Commodus übernahm, aber an der Pest. Was stimmt: Commodus war ein übler Widerling, der schließlich von seiner Konkubine und einem Athleten ermordet wurde.

Nächste Woche: Kaiserkonferenz