Erstellt am 19. Oktober 2015, 11:08

von Michaela Fleck-Regenfelder

Kultur-Vorschau: Von der Schanze auf den (Tanz-)Teppich. Skispringer, Brückenbauer, Kunstpoeten, Tanzpionierinnen und Weltliteraten tummeln sich diese Woche auf NÖs Kulturbühnen.

Alexander Pointner spricht - vom »Mut zum Absprung«.  |  NOEN, Pointner
Was die Kultur mit dem Sport zu tun hat? Viel. Nicht nur, weil Österreichs Kabarettisten gern mal (auf der Bühne) Fußball spielen. Auch, weil Österreichs Sportler auch in Sachen Gesellschaftskultur, Persönlichkeitstraining und mehr einiges zu sagen haben. Wie Alexander Pointner. Der stand immerhin zehn Jahre lang auf der Schanze.

Skispringer spricht vom „Mut zum Absprung“

Und half als Cheftrainer Österreichers Skispringern zu unglaublichen Höhenflügen. Jetzt steht der gebürtige Oberösterreicher, der in Innsbruck aufgewachsen ist, auf der Bühne. Und spricht – vom „Mut zum Absprung“. Mehr am 22. Oktober in der St. Pöltner Bühne im Hof.

x  |  NOEN, Philippe
Mut hatte sie auch. Schließlich durften klassische und moderne Tänzer bei ihr das erste Mal sprechen, auf der Tanzbühne. Singen auch. Und lachen und weinen erst recht. Damit sorgte Pina Bausch schon in den 1970er-Jahren für gehörige Unruhe, nicht nur in Deutschlands Tanzszene.

Und gilt noch heute, sechs Jahre nach ihrem Tod, vielen als Pionierin. Ihre letzte Choreografie hat die gebürtige Solingerin nach Chile geführt, zu Land und Leuten und, wie immer, auch zu großen Gefühlen. "... como el musguito en la piedra, ay si, si, si ..." heißt die Produktion von Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal. Und die feiert am 23. und 24. Oktober im Großen Saal des St.Pöltner Festspielhauses Österreich-Premiere.

Ernst Herbeck: erste, große Retrospektive

Und wer gibt sich sonst noch diese Woche die Ehre, in Sachen Kultur? Ein Poet. Auch wenn er eigentlich zu den „wilden Künstlern“, nein: zur Art brut gehört. Und dort längst einer der Spannendsten in Österreich ist. Ernst Herbeck, 1920 in Stockerau geboren, 1991 in Maria Gugging verstorben, ist einer von den Guggingern. 

x  |  NOEN, Herbeck

Und dabei ebenso wortgewandt wie still wie kein anderer. Ab 21. Oktober widmet ihm das Museum am Gugginger Kulturhügel die erste, große Retrospektive. Und zeigt Bilder, Schriften, Filme, Tonbänder und viele, noch nie gezeigte Originaldokumente. Titel der Schau ist ein Zitat von Ernst Herbeck: „Eine leise Sprache ist mir lieber“.

Ebenfalls ab 21. Oktober baut man andernorts eine Brücke, und zwar eine musikalische. Die reicht von Klosterneuburg über die Donau nach Korneuburg, weiter nach Langenzersdorf und endet in Stockerau. Und macht Musik quer durch die Epochen.

Musikalische Brücke: Von Barock bis Hollywood

x  |  NOEN, Henle

So startet man in Klosterneuburgs Evangelischer Kirche am 21. Oktober mit Haydns „Sieben letzten Worten“, steigt am 22. Oktober mit der Al Reifert Band im Langenzersdorfer Museum zu den „Vier im Jeep“, spielt am 23. Oktober in der Stockeraus Katholischer Kirche noch einmal Haydn, diesmal als Streichquartett, und lädt schließlich am 29. Oktober im Korneuburger Stadtsaal zum Träumen – vom Barock bis Hollywood.

Ach ja, und Literaten gibt’s diese Woche auch noch, auf Niederösterreichs Bühnen. Nicht nur beim St. Pöltner „Blätterwirbel“, auch bei den Europäischen Literaturtagen in Krems und in Spitz. Dort lautet das Motto der heurigen, siebenten Ausgabe „Die Ausgewanderten“.

x  |  NOEN, Dreger
Und bringt Texte aus aller Welt an die Donau. Von 22. bis 25. Oktober auf der Gästeliste: die schottische Autorin A. L. Kennedy, die slowakische Publizistin Ilma Rakusa, außerdem Najem Wali (Irak), Iman Humaydan (Libanon), Jamal Mahjoub (England/Sudan), Marguerite Abouet (Elfenbeinküste), Anna Kim (Südkorea/Österreich) oder Patrick Deville (Frankreich).