Erstellt am 10. September 2015, 04:52

von Thomas Jorda

Die Mutter aller Schlachten: Waterloo einte den Kongress.

Schottische Truppen in der Schlacht bei Waterloo.  |  NOEN, Foto: Archiv

Schock am Morgen.

Außenminister Klemens Wenzel Lothar von Metternich hatte am Vortag viel gearbeitet, in der Nacht noch mehr gefeiert, mit und ohne Liebschaften. Gut ist es ihm am Morgen des 7. März 1815 nicht gegangen. Noch viel weniger, als ihm sein Kammerdiener um 6 Uhr früh eine Depesche auf den Nachttisch legte – Napoleon Bonaparte hatte das Exil auf Elba bei Nacht und Nebel verlassen und die „Herrschaft der hundert Tage“ angetreten.

Schlacht bei Brüssel.

Ihr Ende kam am 18. Juni 1815 mit der Schlacht beim nahe Brüssel liegenden Dorf Waterloo, das damals zu den Niederlanden gehörte. Gegen die Franzosen traten die unter dem Befehl von Arthur Wellesley, 1st Duke of Wellington, stehenden Truppen aus Großbritannien, den Niederlanden, Hannover, Nassau und dem von Österreich unterstützten Braunschweig an, dazu die unter dem Kommando von Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher kämpfenden Preußen. Von den insgesamt 190.000 eingesetzten Soldaten starben 50.000.

Propagandasieg.

Den Sieg in der Schlacht trug die Allianz davon, in der Propaganda aber der Herzog von Wellington allein. Obwohl die Preußen am Sieg einen mindestens so großen Anteil hatten wie die Engländer, konnten die sich den Sieg praktisch allein auf ihre Fahnen heften. Sogar der Ort Waterloo wird längst meist englisch ausgesprochen. Blücher hatte stets von der Schlacht von Belle-
Alliance gesprochen. Das gleichnamige Wirtshaus war Napoleons Hauptquartier gewesen.

Gemeinsamer Feind.

Wenige Tage nach der Niederlage dankte Napoleon am 22. Juni 1815 endgültig ab; es war das Ende des Französischen Kaiserreichs. Und der Beginn der letzten Phase des Wiener Kongresses. Der gemeinsame Feind und der Schock über Napoleons Rückkehr hatte die Herrscher Europas so weit zusammengeschweißt, dass die Neuordnung Europas gelang.