Erstellt am 29. Juli 2014, 07:01

von Verena Randolf

Waltraut Haas: Filmstar ohne Eitelkeiten. "Manchmal fürcht ich mich richtig vorm Marcus!", meint Schauspielerin Waltraut Haas und lacht. "Bei mir schreibt er immer viel mehr auf als bei den anderen. Mit mir ist er ganz besonders streng!"

Ist seit 68 Jahren »das süße Wachauer Mädl«: Schauspielerin Waltraut Haas hat im Laufe ihrer Karriere alle weiblichen Rollen des »Hofrat Geiger« durchgespielt.  |  NOEN, Erich Marschik

Waltraut Haas und Regisseur Marcus Strahl, ihr Sohn, proben gerade im Endspurt für „Der Hofrat Geiger“.

Anlässlich des zehn-jährigen Jubiläums der Wachaufestspiele in Weißenkirchen wird das Stück ab 30. Juli zu sehen sein. „Im Moment macht uns das Wetter noch einen Strich durch die Rechnung, wir kommen kaum dazu, draußen zu proben, aber ich finde es herrlich hier! Die Wachau war für mich immer meine zweite künstlerische Heimat und in Weißenkirchen ist es für mich wie im Urlaub!“, erzählt die 87-Jährige.

"Gerald Pichowetz hat mich überredet"

Eigentlich wollte Haas nach dem Tod ihres Mannes Erwin Strahl vor drei Jahren gar nicht mehr auf der Bühne stehen, im „Hofrat Geiger“ schon gar nicht. Doch: „Gerald Pichowetz, der Intendant des Wiener Gloria-Theaters, hat mich dazu überredet unter der Regie von Marcus wieder zu spielen!“

1947 war Waltraut Haas 20-jährig zum ersten Mal als „Mariandl“ zu sehen, an der Seite von Paul Hörbiger und Hans Moser. Später spielte sie die „Marianne Mühlhuber“, Mariandls Mutter, und schließlich – unter der Ägide ihres Sohnes – die „alte Wirtin Windischgruber“.

„Mach mir noch ein paar Falten dazu!"

„Mir macht diese Rolle einen Riesen-Spaß“, gesteht sie. Bis die 87-Jährige für die alte Wirtin „alt“ genug aussieht, muss sie eine Stunde in der Maske geschminkt werden. Eitelkeiten kennt sie diesbezüglich nicht. „Ich sag’ der Maskenbildnerin immer: „Mach mir noch ein paar Falten dazu! Mach mir noch ein paar mehr!“ Bis das alles passt mit den Falten auf der Stirn und auf den Wagen und so, dauert es halt. Mir ist ja wichtig, dass man auch von den hinteren Publikumsrängen sieht, wie ich aussehe!“

Ab 5. September ist Haas dann bei den Wachaufestspielen in einer ganz besonderen Rolle zu sehen: Sie spielt – an der Seite von Sohn Marcus – in „Der Wachauer Jedermann“ „Jedermanns“ Mutter. Eine Uraufführung des „Spiels vom Sterben des reichen Mannes“ in Wachauer Mundart.