Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:03

von Thomas Jorda

Die Sinne täuschen. Intendant Michael Schade hat seinem Festival im kommenden Jahr das Motto "Le monde fantastique. Illusion und Wirklichkeit" verordnet.

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Michael Schade, Publikumsliebling vieler Opernhäuser, kennt die Kunst der sinnlichen Täuschung. „Was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, halten wir für wirklich. Doch manchmal spielen uns die Sinne einen Streich.“ Das gelte, meint Schade, nicht nur für die Kunst der Architektur, wie sie gerade im Stift Melk zu erleben ist, sondern auch in der Musik. Dem möchte er bei den kommenden Barocktagen nachspüren und stellt sein Festival 2016 unter das Motto „Le monde fantastique. Illusion und Wirklichkeit“. Zum Tarnen und Täuschen gehören auch die beiden Jahresregenten, die über dem Festival thronen – weil sie keine Musiker sind, nämlich William Shakespeare und Miguel de Cervantes, die im Programm entsprechende Beachtung finden.

Beginnend am Donnerstag vor Pfingsten bis Pfingstmontag bietet Schade ein abwechslungsreiches Programm, von barocken Tiergeschichten mit Mäuschen Max und einem Schattenspiel über Barockmusik höchster Qualität, u. a. mit dem Concentus Musicus unter Pablo Heras-Casado bis hin zu anspruchsvollen ganz neuen Tönen aus den Kehlen des Arnold Schoenberg Chores unter Erwin Ortner.

Vierzehn Konzerte stehen 2016 auf dem Programm, mit knapp 3.500 Besucherinnen und Besuchern ist man ausverkauft (2015 waren es 3.200). Im Budget stehen 350.000 Euro zur Verfügung, wovon 150.000 vom Land kommen. Entsprechend positiv sieht Landeshauptmann Erwin Pröll das Festival: „Die Kunst ist einer der wichtigsten Botschafter in unserer Welt – und Melk ein Hotspot der künstlerischen Infrastruktur des Landes!“ www.barocktagemelk.at

Die Höhepunkte

13. Mai, 20 Uhr, Kolomanisaal
„Die Perücken trügen“
mit Daniel Hope, Violine
Roger Willemsen, Rezitation

14. Mai, 19.30 Uhr, Stiftskirche
„Dum spiro, spero“
Orchester und Chor der Kölner
Akademie unter Michael Willens
22 Uhr, Gartenpavillon
„Les fantasmes du monde“
mit Matthias Loibner, Drehleier

15. Mai, 11 Uhr, Kolomanisaal
Die vielgestaltigen Gesichter
des Herrn Antonio V.
Concentus Musicus Wien
Stefan Gottfried, Leitung
15.30 Uhr, Barockkeller, „Schattenwelt.“ Barocksolisten München
19.30 Uhr, Kolomanisaal
„Flammes de magiciennes“,
Ensemble Amarillis,
mit Patricia Petibon, Sopran
22.30 Uhr, Stiftskirche
„Unser Leben ist ein Schatten“
Arnold Schoenberg Chor
Erwin Ortner, Leitung

16. Mai, 19.30 Uhr, Stiftskirche
„Selva morale e spirituale“
Concentus Musicus Wien
Balthasar Neumann Chor
Pablo Heras-Casado, Dirigent