Erstellt am 07. Januar 2016, 04:48

von Thomas Jorda

Die unbekannten Herrscher Europas. Keltische Stämme unterschieden sich stark voneinander und wurden von verschiedenen Fürsten regiert.

»Mondidol« der Hallstatt-Kultur, datiert um 650 vor Christus, gefunden in Wöllersdorf.  |  NOEN, Mamuz

Keine Schrift. Wer Lateinunterricht hatte, kennt den Satz auch auf Deutsch: „Ganz Gallien ist in drei Teile geteilt, deren einen die Belger bewohnen, den anderen die Aquitaner, den dritten die in eigener Sprache Kelten genannt werden, in unserer Gallier.“ Damit beginnt Julius Caesar sein Werk „Über den gallischen Krieg“ (58 bis 50 vor Christus) und führt uns indirekt das Grundproblem mit den Kelten vor Augen – was es an schriftlichen Zeugnissen über sie gibt, stammt von Mitbewerbern um die Herrschaft in Europa. Sie selbst haben diesbezüglich nichts hinterlassen.

Quer über Europa. Selbst der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen bei Herodot und anderen Autoren aus dem 6. und 5. Jahrhundert vor Christus zurück. Sie bezeichneten damit die Angehörigen jener Stämme, die Europa vom Atlantik bis nach Anatolien bewohnten und beherrschten. Sie unterschieden sich stark voneinander, wurden von verschiedenen Fürsten regiert und führten nicht selten Krieg miteinander.

Kaum Strukturen. Staatliche Strukturen im weitesten Sinn kannten sie nicht, nur das Königreich Noricum war ab 200 vor Christus definitiv keltisch. Es lag auf dem Gebiet des heutigen Österreich und war von der Hallstatt-Kultur bestimmt.

Nächste Woche: Geheimnisse.