Erstellt am 25. November 2015, 04:58

von NÖN Redaktion

Die Willendorfer Venus ist nicht allein. 1926 wurden an derselben Fundstelle der Venus von Willendorf noch weitere Frauenstatuetten entdeckt.

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Beim Bau der Bahn. Die Venus von Willendorf, deren Darstellung äußerst realistisch ist und die einst zur Gänze mit Rötel bedeckt war, wurde am 7. August 1908 bei Bauarbeiten zur Donauuferbahn in Willendorf in der Wachau vom Wiener Archäologen Josef Szombathy gefunden.

Noch mehr Frauen. Doch man entdeckte 1926 noch weitere Frauenstatuetten an derselben Fundstelle. Erst die Venus II, die aus Elfenbein gemacht wurde und in sehr schlechtem Erhaltungszustand ist, und die Venus III, nur ein Elfenbeinstück mit
Bearbeitungsspuren. Ähnliche Frauenidole aus dem Gravettien (vor 33.000 bis 25.000 Jahren) wurden in ganz Europa gefunden, mittlerweile über 200 Exemplare. In der näheren Umgebung sind das die Venus von Unter Wisternitz in Mähren und die Venus von Moravany nad Váhom in der Slowakei.

Europa verlassen. Die Idole waren religiöse Kultobjekte im späten Gravettien, vor dem Höhepunkt der letzten Eiszeit, während der die Bevölkerung stark zurückging. Am Ende dieser Phase vor 20.000 Jahren war Mitteleuropa vom Homo sapiens verlassen. Erst Jahrtausende später kamen neue Menschen mit anderen kulturellen Vorstellungen. Die Venusfiguren waren Geschichte.  Thomas Jorda

Nächste Woche: Neu besiedelt.